Houston – In der nach dem Hurrikan „Harvey“ überschwemmten Chemiefabrik in Texas sollen die gefährlichen Substanzen gezielt abgebrannt werden. Die Betreiberfirma Arkema teilte mit, ohne eine Verbrennung der Produkte könne nicht gewährleistet werden, dass „die Gefahr komplett beseitigt“ sei. Der neue Hurrikan „Irma“ bewegte sich unterdessen auf die Karibik zu. Seine Stärke wurde mit drei auf der fünfstufigen Skala angegeben.
In der Fabrik in Crosby nordöstlich von Houston war es am Donnerstag zu Explosionen gekommen, weil wegen der Überschwemmungen durch den Wirbelsturm „Harvey“ das Kühlsystem ausgefallen war (wir berichteten). In der Fabrik lagert organisches Peroxid, das für die Herstellung von Plastik gebraucht wird und leicht entflammbar ist.
Laut der Firma Arkema zersetzen sich die Chemikalien, sind aber weiter entflammbar. Daher sei mit den Behörden beschlossen worden, die Substanzen in Brand zu setzen. Der Rauch könne Augen-, Haut- und Atemwegsreizungen verursachen. Für die Anwohner bestehe aber keine Gefahr. Deshalb wurde auch die Sicherheitsabsperrung mit einem Umkreis von 2,5 Kilometern aufgehoben, wie der französische Konzern mitteilte.
Insgesamt befanden sich neun Container mit rund 225 Tonnen organischen Peroxids auf dem Gelände der Arkema-Fabrik, von denen zwei brannten. Hunderte Anwohner hatten das Areal aus Sicherheitsgründen verlassen müssen.
Der Hurrikan „Irma“ sollte nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums (NHC) am Dienstagabend den nördlichen Teil der Kleinen Antillen erreichen. Erste Ausläufer wurden dort bereits am Montag erwartet. Auf seinem Weg erreichte „Irma“ laut NHC Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 185 Stundenkilometern. Es galt eine Hurrikanwarnung. Die Behörden der französischen Außengebiete Saint-Martin und Saint-Barthélemy verschoben am Montag vorsorglich den Schulbeginn nach den Ferien. Auch das französische Außengebiet Guadeloupe bereitete sich auf den Hurrikan vor. afp