Bekanntgabe des Buckingham Palace

Noch ein Geschwisterchen

von Redaktion

Nach ihrem Erstgeborenen George und der kleinen Charlotte nun also Nummer drei: Prinz William und seine Frau Kate haben am Montag die freudige Nachricht von einer erneuten Schwangerschaft der 35-Jährigen verbreiten lassen. „Der Herzog und die Herzogin von Cambridge freuen sich mitzuteilen, dass die Herzogin von Cambridge ihr drittes Kind erwartet“, erklärte der Kensington-Palast. Für das von düsteren Brexit-Sorgen geplagte Königreich dürfte die Kunde ein echter Stimmungsaufheller sein.

Doch die royale Vorfreude kommt nicht ohne Schatten daher: Kate leide wie schon bei den vorherigen beiden Schwangerschaften mit dem inzwischen vierjährigen George und der zweijährigen Charlotte unter starker Morgenübelkeit, teilte der Palast mit. „Ihre Königliche Hoheit wird einen für heute im Hornsey Road Children’s Centre in London geplanten Termin nicht wahrnehmen.“ Unklar ist, in welchem Schwangerschaftsmonat sich Kate befindet. Ein Babybauch war bei jüngsten Auftritten nicht aufgefallen.

Zurzeit werde sie im Kensington-Palast betreut, während der Schwangerschaft mit George musste Kate mehrere Tage im Krankenhaus wegen der Übelkeit behandelt werden. Die vermutlich durch die hormonellen Umstellungen verursachten Symptome der im medizinischen Fachjargon Hyperemesis gravidarum genannten Beschwerden verschwinden meist ab dem vierten Monat (siehe Kasten).

Das Paar hatte erst Mitte Juli mit seinen Kindern einen Deutschlandbesuch absolviert und wurde von Monarchiefans begeistert empfangen. Zuvor waren sie in Polen. Das einstige studentische Liebespaar, das sich in den vergangenen Jahren zum royalen Eltern- und Botschafterpaar wandelte, sollte in Brexit-Zeiten Sympathien für das Inselkönigreich sammeln, das sich anschickt, die Europäische Union zu verlassen.

Trotz ihrer Repräsentationspflichten und einer prunkvollen Hochzeit in der Londoner Westminster Abbey 2011 sind William und Kate entschlossen, ihr Familien- und Privatleben aus der Öffentlichkeit zu halten. Rigoros gehen beide gegen ihnen ungenehme Medienberichte vor. Aktueller Fall: Im Prozess um Oben-ohne-Fotos der Herzogin in Frankreich soll heute das Urteil fallen.

Mit der Veröffentlichung der Paparrazi-Fotos von Kate hatte das Magazin „Closer“ 2012 weltweit für Schlagzeilen gesorgt und sich den Zorn des Königshauses zugezogen. Die Bilder zeigten die Frau von Prinz William nur mit einem Bikinihöschen bekleidet in einem luxuriösen Privatanwesen in der Provence. Kate und William haben wegen einer Verletzung ihrer Privatsphäre 1,5 Millionen Euro Schadenersatz gefordert. Dem Magazin droht außerdem eine Geldstrafe.

William, Enkel von Königin Elizabeth II. und Zweiter in der britischen Thronfolge, kultiviert seit seiner Jugend ein bodenständiges Image. Er arbeitete als Rettungshubschrauber-Pilot und trägt lässige Jeans. Im Gegensatz zu früheren Generationen royaler Väter, die oft eine Distanz zum Nachwuchs wahrten, erzählte der 35-Jährige stolz, dass er Georges erste Windel wechselte.

Was Kate angeht, so gewann sie durch ihren Erstgeborenen in den Augen der Öffentlichkeit an Format. Noch vor wenigen Jahren bezeichnete die Autorin Hilary Mantel die 35-Jährige als „Schaufensterpuppe ohne Persönlichkeit“. Insgesamt gesehen bescherte das Paar dem Königshaus jedoch ein deutliches Sympathieplus.

Ganz wichtig ist den beiden, ihren Nachwuchs vor Medienrummel zu schützen. Schließlich macht William auch die Presse für den Unfalltod seiner Mutter Diana 1997 in Paris verantwortlich. Ihr Todestag hatte sich am 31. August zum 20. Mal gejährt.

An der Universität im schottischen St. Andrews traf William seine spätere Ehefrau. 2001 wurde Kate bei ihrer ersten Begegnung mit William nach eigenen Angaben „knallrot“. William soll sie erst 2002 bemerkt haben, als sie bei einer Modenschau im durchscheinenden Kleid über den Laufsteg schritt. 2010 kam der Heiratsantrag – mit Dianas Verlobungsring.

Prinz George hat in dieser Woche seinen ersten Schultag. Geplant war, dass er von beiden Elternteilen in die Thomas’s School im Stadtteil Battersea gebracht wird. Ob Kate bei der Einschulung dabei sein wird, war unklar. afp

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