Wien – Seit vergangenen Sonntag ist in Österreich das Verhüllungsverbot in Kraft. Am Mittwoch gab es in der Wiener U-Bahn einen ersten Großeinsatz, der durch das Verbot ausgelöst wurde. Eine verschleierte Frau hatte sich geweigert, ihren Schleier abzunehmen, obwohl sie von mehreren Menschen dazu aufgefordert worden war. Später mischten sich in die Diskussion noch etwa 20 arabischstämmige Männer ein. Auch nach dem Eintreffen der Polizei blieb die Frau bei ihrer Weigerung, was ihr nun eine Anzeige einbrachte – auch wegen zweifacher versuchter Körperverletzung, da sie während der Diskussion zwei Menschen so stark geschubst hatte, dass sie beinahe die U-Bahn-Treppe hinabgestürzt wären. Die Polizei will Mitte Oktober erste Zahlen veröffentlichen, größere Probleme seien aber nicht bekannt. Nach Angaben der Behörden gab es kaum Anlass, gesetzlich mögliche Strafen von bis zu 150 Euro auszusprechen. Auch am Wiener Flughafen gab es keine Probleme. „Personen, die mit Verschleierung einreisten, wurden von der Polizei informiert und haben dann die Verschleierung abgenommen“, sagte ein Polizeisprecher. Auch in dem bei arabischen Touristen beliebten Zell am See gab es bisher keine Probleme.
Auch die dänische Mitte-Rechts-Regierung will künftig Gesichtsschleier verbieten. „Es wird ein Verhüllungsverbot geben“, schrieb der Vorsitzende der Liberalen Allianz, Anders Samuelsen, am Freitag auf Facebook. Seine Partei, die Teil der Regierung ist, werde sich dem nicht entgegenstellen. Zuvor hatte die liberale Venstre laut Nachrichtenagentur Ritzau entschieden, dass sie ein Verhüllungsverbot unterstützt. Auch die dritte Regierungspartei, die Konservativen, sind dafür. Das Verhüllungsverbot soll sich nicht auf Burka oder Nikab beschränken, sondern generell verbieten, das Gesicht in der Öffentlichkeit zu verdecken. Im Parlament, wo das Verbot beschlossen werden muss, gäbe es nun eine deutliche Mehrheit. dpa, cjm