Berlin – Drei Tage nach dem zerstörerischen Sturmtief „Xavier“ mit mindestens sieben Toten hat sich die Lage im Norden und Osten Deutschlands entspannt – die Folgen sind aber noch deutlich spürbar. Die Bahn gab am Sonntag immerhin eine weitere Hauptstrecke frei: Die Schäden zwischen Hannover und Bremen waren beseitigt, der reguläre Fahrplan konnte jedoch zunächst nicht eingehalten werden. „Der Betrieb muss erst wieder hochgefahren werden“, hieß es.
Die Bahnverbindung Berlin-Hamburg war weiterhin gesperrt. Ab Montag will die Bahn diese Verbindung wieder regulär aufnehmen. Auf der wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Berlin und Hannover rollen die Züge seit Samstag wieder. Insgesamt hatten umgekippte Bäume und heruntergerissene Äste nach Angaben der Bahn an mehr als 500 Stellen Schäden angerichtet. Mehr als 1000 Kilometer seien betroffen gewesen. Die Bahn hoffte, dass die Aufräumarbeiten größtenteils Anfang der neuen Woche abgeschlossen sind.
Trotz der Organisation von Hotelzügen oder dem Verteilen von Taxigutscheinen wurde das Krisenmanagement der Bahn vom Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert. „Es hat einfach an Informationen gefehlt“, sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft bemängelte die Kommunikation der Bahn. „Wir leben in einem Zeitalter von Apps und digitaler Information, und doch ist das Unternehmen Deutsche Bahn nicht in der Lage, seine Kunden ausreichend zu informieren“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. Zumindest am Tag nach dem schweren Sturm über Norddeutschland hätte das möglich sein sollen. Ein Bahnsprecher verwies auf die im Internet veröffentlichte Karte zu Einschränkungen im Netz. Diese sei immer auf dem aktuellen Stand. Angesichts der Masse an Informationen seien Hinweise über Twitter möglicherweise nicht der beste Weg.
Nach knapp 70 Stunden hob die Berliner Feuerwehr den wegen „Xavier“ ausgerufenen Ausnahmezustand auf. „Es ist geschafft!!! Um 13.22 Uhr konnte der Ausnahmezustand Wetter beendet werden“, hieß es am Sonntagnachmittag via Twitter.