Raumlabor stürzt auf die Erde

von Redaktion

Peking – Teile des 2016 außer Kontrolle geratenen chinesischen Raublabors „Tiangong 1“ werden nach Ansicht von Raumfahrtexperten wahrscheinlich bald auf der Erde einschlagen. „Ein Großteil des Labors wird in der Atmosphäre verglühen, aber einige besonders große Bestandteile, etwa die Treibstofftanks, könnten auch die Erdoberfläche erreichen“, sagte der australische Raumfahrtfachmann Morris Jones. Wo genau Teile einschlagen, sei zwar unmöglich vorherzusagen. „Das Risiko, dass Menschen oder Häuser getroffen werden, ist aber äußerst gering.“

China kann den 8,5 Tonnen schwere „Himmelspalast“ nicht mehr steuern, er wird nach sechs Jahren im All und zahlreichen Experimenten unkontrolliert auf die Erde stürzen. Laut der Raumfahrtbehörde des Landes umkreist das Labor die Erde zunächst in immer niedrigerer Umlaufbahn und wird bis spätestens April 2018 in den Sturzflug übergehen.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass Weltraumschrott auf Kollisionskurs mit der Erde geht. Die USA scheiterten 1979 mit dem Plan, ihr ausrangiertes Forschungslabor „Skylab“ über Südafrika niedergehen zu lasen: Es stürzte über Australien ab. „Es ist zu hoffen, dass ausgedienten Satelliten und Stationen im All künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird“, sagte der US-Weltraumexperte Leonard David. Es müsse darüber nachgedacht werden, Weltraumschrott direkt im All zu recyceln.

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