Landgericht

Mann nackt im Wald ausgesetzt

von Redaktion

Prozess gegen die beiden Ex-Partnerinnen startet mit einem Geständnis

Frankfurt / Oder – Sie sollen ihren gemeinsamen Ex entführt und von einer bislang unbekannten Schlägergruppe verprügeln haben lassen – und nackt in einem Wald bei Berlin ausgesetzt haben. Laut Anklage wollten sie ihm einen Denkzettel verpassen. Die Staatsanwaltschaft legt den Frauen gemeinschaftliche Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last. Die Frauen müssen sich jetzt am Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten.

Die 39 Jahre alte Ex-Frau des Opfers hat an ihre Ehe und die Zeit danach keine guten Erinnerungen. „Er wusste immer, wo ich war.“ Während die Ex-Frau die frühere Beziehung beschreibt, wird die andere Angeklagte noch nicht gehört. Damit bleibt zunächst unklar, wie sie zu den Tatvorwürfen steht. Die frühere Ehefrau räumt eine Tatbeteiligung ein und betont zugleich, dass die Aktion aus dem Ruder lief.

Vor Gericht stellt die 39-Jährige das Ganze so dar: Sie habe nach etlichen wirkungslosen Strafanzeigen gegen ihren Ex keinen Ausweg mehr gesehen. Weinend hätte sie einmal in ihrem Auto an einer Bushaltestelle gesessen. Plötzlich habe ein fremder Mann an ihr Fenster geklopft und ihr Hilfe angeboten. Sie hätten sich schließlich drei Tage später verabredet.

Am Tattag sei sie dann mit der Mitangeklagten losgezogen, um den Ex zur Rede zu stellen. „Irgendwie“ seien sie auf dem vereinbarten Parkplatz gelandet, wo der fremde Mann mit drei anderen auf sie gewartet habe. Der weitere Tatablauf habe „nicht mehr in unserer Hand“ gelegen, schildert die Angeklagte. „Die Typen“, die mit Akzent gesprochen haben sollen, hätten das Opfer geschlagen, mit Klebeband die Augen verschlossen und in einem Waldstück nackt ausgesetzt, während die Frauen im Auto gewartet hätten. Auf der Rückfahrt sei kaum gesprochen worden, sagt die Angeklagte.

Der Vorsitzende Richter machte deutlich, dass er die Darstellung von den mysteriösen Helfern nicht glaubt. Am Freitag, dem nächsten Verhandlungstag, soll das Opfer gehört werden.  dpa

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