Genf – Die Konzentration des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre hat 2016 einen neuen Rekordwert erreicht. Noch nie sei der Wert so schnell angestiegen, erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. Der Chef des UN-Umweltprogramms (Unep), Eric Solheim, sprach von einer „katastrophalen“ Kluft zwischen dem, was die Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens zur Reduzierung von Treibhausgasen zugesagt haben und was getan werden müsste.
Im weltweiten Durchschnitt lag die Kohlendioxid-Konzentration laut WMO bei 403,3 ppm (Teilchen pro eine Million Teilchen), nach 400 ppm im Jahr 2015. Das letzte Mal, dass die Erde derart hohe CO2-Konzentrationen aufwies, war vor drei bis fünf Millionen Jahren. Damals war der Meeresspiegel 20 Meter höher als heute.
Ohne „rasche Einschnitte bei den CO2- und anderen Treibhausgasemissionen“ drohe Ende des Jahrhunderts ein gefährlicher Temperaturanstieg, der „deutlich“ über den Zielen des Pariser Abkommens liege, warnte WMO-Chef Petteri Taalas. Der Einschätzung schloss sich Solheim an. Auch ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Pariser Klimaschutz-Abkommens würde die Welt „noch längst nicht genug tun, um mehrere hundert Millionen Menschen vor einer elenden Zukunft zu retten“, erklärte Solheim.
Von dem in Paris vereinbarten Zwei-Grad-Ziel ist die Welt weit entfernt. Selbst wenn alle nationalen Zusagen erfüllt würden, würde die Erde sich voraussichtlich um etwa drei Grad erwärmen, wie auch der Unep-Bericht bekräftigte. 2016 seien weltweit 52 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid oder andere äquivalente Gase ausgestoßen worden. Bis 2030 müsse sich dieser Wert auf 42 Milliarden Tonnen verringern, um das vereinbarte Ziel zu erreichen. Es gibt aber auch einen Lichtblick: Der weltweite Ausstoß des bedeutendsten Treibhausgases CO2 von nun 35,8 Gt sei in den letzten drei Jahren relativ stabil geblieben, auch wegen dem Ausbau erneuerbarer Energien in China und Indien.