Arbeitsgruppe soll Rolle des Senders im Fall Wedel aufklären

von Redaktion

Der Saarländische Rundfunk (SR) will die Vorkommnisse bei der Entstehung der ARD-Produktion „Bretter, die die Welt bedeuten“ von Regisseur Dieter Wedel aus den Jahren 1980/81 umfassend aufarbeiten. „Wir haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die den Auftrag hat, die Rolle der beim SR damals Verantwortlichen und der Produktionsfirma Telefilm Saar zu untersuchen“, so Intendant Thomas Kleist gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben die beiden Betroffenen zu uns eingeladen, um sie zu fragen, wie es passieren konnte, dass man angesichts so massiver Vorwürfe einfach weitergemacht hat, und warum es nie zu einer Strafanzeige gekommen ist.“ Außerdem wolle man Zeitzeugen suchen, die Hinweise zur Aufklärung des Sachverhalts geben könnten. In der jüngsten Ausgabe der „Zeit“ schildern die Schauspielerinnen Esther Gemsch und Ute Christensen (beide 62), die damals für „Bretter, die die Welt bedeuten“ vor der Kamera standen, sexuelle Gewalt und Mobbing durch Wedel (siehe Haupttext). Der 75-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Zwar seien die Taten verjährt, der Sender übernehme jedoch die Verantwortung und werde dafür Sorge tragen, dass sich solche Dinge nicht wiederholten, sagte Kleist: „Wir wollen nicht, dass junge Schauspielerinnen und Schauspieler angsterfüllt in diesen tollen Beruf hineingehen müssen.“ Rudolf Ogiermann

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