Parkland – Das Ehepaar, das den Todesschützen von Florida bei sich zu Hause aufnahm, hat Nikolas Cruz als verschroben, aber liebenswürdig beschrieben. Sie hätten keine Ahnung gehabt, dass „ein Monster unter unserem Dach wohnt“, sagte Kimberley Snead aus Parkland der Zeitung „Florida Sun Sentinel“ vom Sonntag. Cruz sei wegen des Todes seiner Adoptivmutter deprimiert gewesen.
Das Ehepaar Kimberley und James Snead nahm Cruz im November bei sich auf, nachdem seine Adoptivmutter an den Komplikationen einer Lungenentzündung gestorben war. Er sei ein Freund ihres Sohnes gewesen. Der 48-jährige Armeeveteran James Snead erklärte, er habe Cruz gesagt, dass es Regeln geben würde, und diese habe er penibel befolgt.
Cruz tötete am Mittwoch 17 Menschen an seiner ehemaligen High School in Parkland, Florida, von der er im vergangenen Jahr aus „disziplinarischen Gründen“ verwiesen worden war. Er benutzte ein legal erworbenes Schnellfeuergewehr und besaß mehrere weitere Waffen. Seine Pflegefamilie wusste davon. Sie fand das nicht ungewöhnlich, weil sie selber Schusswaffen besitzt.
Zuletzt sah das Paar Cruz auf der Polizeiwache nach dem Massaker. Er habe einen Krankenhauskittel und Handschellen getragen. „Er sagte, es tue ihm leid“, erzählte James Snead. „Er sah verloren aus, absolut verloren.“
Überlebende des Schulmassakers in Florida wollen bei einem Marsch auf Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren. Der „Marsch für unsere Leben“ sei für den 24. März in der US-Hauptstadt geplant, sagten Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland dem Fernsehsender ABC. Die Kundgebung richte sich gegen den großen politischen Einfluss der Waffenlobby National Rifle Association. Unter den Schülern, die zu den Protesten aufriefen, war auch Emma Gonzalez. Die 18-Jährige hatte am Samstag in einer Wutrede den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Waffengewalt verurteilt.
Der befürwortet nach Angaben des Weißen Hauses nun bessere Kontrollen beim Erwerb von Schusswaffen. Während die Diskussionen andauerten und Veränderungen erwogen würden, unterstütze der Präsident Anstrengungen zur Verbesserung des Systems zur effektiveren Überprüfung von Waffenkäufern, erklärte Trumps Sprecherin am Montag.