Tod von 17-Jähriger: Tatverdächtiger ist abgelehnter Asylbewerber

von Redaktion

Flensburg – Bei dem Tatverdächtigen im Fall des gewaltsamen Todes einer 17-Jährigen in Flensburg handelt es sich um einen Asylbewerber aus Afghanistan. „Der 18-Jährige lebte seit 2015 in Deutschland“, sagte die Leitende Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Sein Asylantrag sei abgelehnt worden, die Entscheidung aber nicht rechtskräftig. „Das Verfahren läuft noch.“ Der Mann sitzt wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Über das Motiv und die Hintergründe der Tat ist bisher nichts bekannt. Die leitende Staatsanwältin in Flensburg, Ulrike Stahlmann-Liebelt, in welcher Beziehung Opfer und Täter genau standen, sei noch nicht klar. Klar scheint, dass sie länger kannten. Nachbarn hätten berichtet, dass sie sehr oft Besuch von dem Tatverdächtigen gehabt habe. Man suche mögliche weitere Zeugen.

Ein anderer Nachbar sagte, er habe den jungen Mann nur einmal gesehen. Weiter berichtete er gegenüber der „Bild“, das Opfer sei ein lebenslustiges Mädchen gewesen: „Vor ein paar Monaten ging sie dann nur noch mit Kopftuch vor die Tür und verhielt sich sehr zurückhaltend.“ Ein anderer Anwohner berichtete laut „Flensburger Tageblatt“, dass es immer wieder lauten Streit gegeben habe zwischen Täter und Opfer gegeben habe. Auch am Tattag seien laute Schreie aus der Wohnung zu hören gewesen.

„Diese Tat mit ihrer sinnlosen Gewalt macht mich fassungslos“, sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote. Er sei in Gedanken beim Opfer und seinen Angehörigen. Sollte am Ende des rechtsstaatlichen Verfahrens eine Verurteilung des derzeit Tatverdächtigen stehen, seien nach Verbüßen der Strafe auch aufenthaltsrechtliche Maßnahmen bis hin zur Abschiebung zu treffen. „Wer solche Straftaten begeht, der hat sein Gastrecht verwirkt.“

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