Berlin – Mehr als ein Jahr nach dem Fund eines zerstückelten Berliner Rentners in einer Tiefkühltruhe ist ein 56-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach ihn gestern des Mordes schuldig und stellte zugleich die besondere Schwere der Schuld fest. Laut Urteil erschoss der Trödelhändler den alten Mann um die Jahreswende 2006/2007 und versteckte die zerteilte Leiche im Eis, um zehn Jahre lang die üppige Rente des Witwers zu kassieren. Der Angeklagte hatte vor der Urteilsverkündung noch einmal bestritten, den Rentner Heinz N. getötet zu haben. „Ich habe den Heinz nicht umgebracht und auch keinen anderen“, sagte Josef S. vor dem Landgericht. Sein Verteidiger hatte zuvor beantragt, S. vom Vorwurf des Raubmordes freizusprechen. Mittels gefälschter Dokumente soll sich S. seit dem Tod des Mannes die Rente von dem verwitweten Ingenieurs erschlichen haben, insgesamt 207 000 Euro.