Toronto – Ein Lieferwagen ist im kanadischen Toronto in eine Gruppe von Fußgängern gefahren und hat dabei mehrere Menschen erfasst. Nach Angaben der Polizei am späten Abend wurden bei dem Vorfall neun Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Der Fahrer habe zunächst versucht zu fliehen, sei dann aber festgenommen worden und weitere Verdächtige gebe es nicht, sagte der Polizeisprecher.
„Ich habe eine Waffe in meiner Tasche“, drohte er den Beamten einem CTV-Bericht zufolge kurz vor seiner Festnahme, die dann aber offenbar ohne Schusswechsel stattfand. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Auch über die Identität des Täters war noch nichts bekannt.
Die betroffene Gegend liegt in einer Einkaufsmeile im Norden Torontos im Bezirk North York und ist tagsüber belebt, dort liegen zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Der weiße Transporter – der Aufschrift nach ein Mietwagen – war Berichten zufolge mit hoher Geschwindigkeit von der Straße auf den Gehweg gefahren. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt, auch der U-Bahnverkehr wurde unterbrochen. Das Auto stand nach dem Vorfall mit zerbeulter Motorhaube auf dem Gehweg.
„Er hat die Leben so vieler Menschen zerstört“, sagte Alex Shaker gegenüber CTV. „Alles, was ihm in den Weg kam.“ Auch jemand mit einem Kinderwagen sei vom Auto erfasst worden. „Es waren so viele Körper“, sagte Augenzeugin Carol Roberts. Sie habe „viele Menschen leblos am Boden“ liegen sehen. Die Opfer seien noch auf der Straße behandelt worden, sagte eine Sprecherin der Rettungskräfte. Augenzeugen zufolge waren auf der Straße mehrere Blutspuren zu sehen.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach einem Treffen der G7-Außenminister in Toronto, an dem auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) teilnahm. Derzeit tagen in der Stadt außerdem die Minister für öffentliche Sicherheit der sieben führenden Industrienationen.
Terroranschläge in Kanada sind selten. Im Oktober 2014 war ein Soldat in Québec beim Angriff eines Islamisten getötet worden.