Glückliches Ende in Thailand

Alle Fußballer aus Höhle gerettet

von Redaktion

Von Christoph Sator

Mae Sai – Was haben sie ausgestanden all die Tage. Was haben sie gebangt, gezittert, gehofft und gebetet. Und jetzt kommt die erlösende Nachricht: Alle zwölf jungen Fußballer gerettet, nach einem neuen aufregenden Tag auch die letzten vier Jungen. Und der Trainer dazu. Im Camp der Helfer, über das jetzt immer wieder die Hubschrauber hinwegknattern, bricht Jubel aus. Tatsächlich haben die Leute aus der 20 000-Einwohner-Stadt Mae Sai die letzten 17 Tage Einzigartiges erlebt. Vor zwei Wochen kannte die weitverzweigte Höhle mit dem Endlosnamen Tham Luang-Khun Nam Nang No außerhalb der Provinz kaum ein Mensch. Und dann interessierte sich für das Schicksal der zwölf Buben vom örtlichen Fußballverein Moo Pah („Wildschweine“) die ganze Welt.

Am Dienstagabend, als das Drama sein Happy End gefunden hatte, meldete sich bei den Leuten von Mae Sai sogar Donald Trump. „Great Job“, schrieb er auf Twitter. „Großartiger Job“. Auch dem US-Präsidenten muss man nicht immer widersprechen. Von den Rettern selbst – allen voran dem Kernteam aus mindestens 19 Spezialtauchern – war zunächst wenig zu hören. Für viele sind sie nun die eigentlichen Helden. Die thailändische Marine, die mit Spezialtauchern dabei war, erklärte offiziell: „Wir sind nicht sicher, ob das ein Wunder ist. Oder Wissenschaft. Oder was auch immer.“ Bei all dem Jubel vergessen die Thais aber nicht, dass einer letzte Woche ums Leben kam: der ehemalige Marinetaucher Saman Kunan. Ihm ging in dem Abschnitt der Höhle, der als der gefährlichste galt, der Sauerstoff aus.

Das Drama hatte am 23. Juni begonnen, als das Team aus zwölf Buben – alle zwischen elf und 16 – zusammen mit dem Betreuer Ekaphol Chantawong (25) nach einem Training in die Höhle stieg und dann von Wassermassen überrascht wurde. Neun Tage lang gab es dann keinerlei Lebenszeichen – bis zwei britische Höhlentaucher die Truppe vier Kilometer vom Ausgang entdeckte. Nach der ersten Erleichterung wurde schnell klar, wie schwer es würde, sie gesund herauszuholen. Weil Monsun-Saison ist, wurde es ein Kampf gegen Wetter und Zeit. Die Profis nahmen die Kinder ins Schlepptau, immer zwei Taucher auf einen Buben. An manchen Stellen war der Weg ins Freie so eng, dass auch die Körper der Thai-Kinder kaum durchpassten.

Und nun? Mindestens eine Woche noch sollen die jungen Kicker im Krankenhaus bleiben, abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Das Angebot der FIFA, auf Kosten des Weltfußballverbandes zum WM-Finale am Sonntag nach Moskau zu reisen, hat sich damit erledigt. Die Kinder müssen nach über zwei Wochen Dunkelheit Sonnenbrillen tragen – zum Schutz vor dem Tageslicht.

Bislang verschweigt man ihnen auch, was für ein riesiges Interesse es an ihrem Schicksal gibt. Obwohl es inzwischen jede Menge Einladungen gibt, über die sich auch andere fußballbegeisterte Kinder freuen würden.

Artikel 8 von 9