Ursache für verheerenden Großbrand von Siegburg weiter unklar
Siegburg – Einen Tag nach dem verheerenden Großbrand an der ICE-Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt am Main ist die Ursache des Feuers am Mittwoch weiter unklar geblieben. Brandermittler des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts setzten am Einsatzort in Siegburg-Brückberg die Spurensicherung fort, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte den rund 30 bei dem Brand verletzten Anwohnern und Einsatzkräften eine schnelle Genesung. 23 Menschen wurden obdachlos.
Die Bahn nahm derweil am Mittwochmorgen den Fernverkehr zwischen Köln und Frankfurt wieder auf. Ausgangspunkt des Feuers vom Dienstagnachmittag war ein Böschungsbrand an den Gleisen, der innerhalb kürzester Zeit auf ein benachbartes Wohngebiet übergegriffen und dort neun Häuser teils massiv beschädigt hatte.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) rief am Mittwoch bei einem Besuch des Brandorts mögliche Augenzeugen der Brandentstehung auf, sich bei der Polizei zu melden und den Ermittlern ihre Beobachtungen zu schildern. „Fakten haben wir noch gar keine“, sagte Reul mit Blick auf die Brandursache.
Nicht beteiligen wollte sich Reul an Spekulationen, wonach Funkenschlag beim Zugverkehr oder aber auch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe die Böschung in Brand gesetzt haben könnte. Es gelte, die Ermittlungsergebnisse abzuwarten. Die Deutsche Bahn erklärte, der Auslöser des Brandes sei „völlig offen, Spekulationen sind verfrüht“. Der Funkenflug als Auslöser für das Feuer ist nach Einschätzung eines Experten aber sehr unwahrscheinlich. „Dass ein Funkenflug jemals zu einem Böschungsbrand geführt hat, ist mir nicht bekannt“, sagte Christian Schindler, Leiter des Instituts für Schienenfahrzeuge und Transportsysteme an der RWTH Aachen. Reul zufolge erklärte sich die
Deutsche Bahn bereit, sich mit einer halben Million Euro an einem Hilfsfonds für Betroffene des Brandes zu beteiligen. Der NRW-Innenminister sprach am Brandort von einer „sehr bedrückenden Atmosphäre und Situation“: Er habe noch nie gesehen, dass eine ganze Straße praktisch „weggebrannt“ sei. afp/dpa