Düsseldorf/Sevilla – Eineinhalb Wochen nach einer tödlichen Attacke auf eine Frau auf einer Straße in Düsseldorf ist der mutmaßliche Täter Ali S. in Spanien festgenommen worden. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Düsseldorf mit.
Der Verdächtige soll die 36 Jahre alte Frau am Montag vergangener Woche verfolgt, heimtückisch angegriffen und erstochen haben. Der 44-jährige Iraner und sein Opfer hatten sich den Ermittlern zufolge gekannt: Die Frau hatte in unmittelbarer Nachbarschaft des Kiosks gewohnt, in dem der Mann arbeitete.
Die Polizei habe sehr früh gewusst, dass der Mann im Ausland war, dieses Wissen aber aus Ermittlungsgründen nicht veröffentlicht. Die spanische Polizei habe dann den genauen Aufenthaltsort des Mannes im Land herausgefunden, berichteten die Fahnder in einer Mitteilung.
Am Mittwoch um 13.30 Uhr hätten spanische Zielfahnder den Mann schließlich in Andalusien festgenommen. Sie seien in dem Fall von deutschen Ermittlern, unter anderem Zielfahndern des Bundeskriminalamtes, unterstützt worden. Nähere Details wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgeben. Die Tatwaffe, ein Messer, war in Düsseldorf nicht wieder aufgetaucht.
Motiv könnte den Ermittlungen zufolge verschmähte Liebe sein. In einem als echt eingestuften Brief hatte der Iraner der Frau seine Zuneigung offenbart und sie gebeten, die Blockade seiner Telefonnummer aufzuheben. Ali S. ist nicht vorbestraft. Er war 2001 nach Deutschland gekommen. Nach dem Verdächtigen war mit großem Aufwand und internationalem Haftbefehl gefahndet worden. Unter anderem wurde der Fall in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ aufgegriffen. dpa