Berlin – Erich und Margot Honecker sollten nach dem Wunsch ihres Enkels Roberto Yañez Betancourt in Berlin auf dem Friedhof der Sozialisten beigesetzt werden. In einem Buch enthüllte der 44-Jährige ein Familiengeheimnis, wie die „Berliner Zeitung“ berichtete: Die Urnen seiner Großeltern seien in Chile bisher nicht begraben. Ein guter Bekannten bewahre jetzt beide auf.
Der Wunsch des Enkels stößt in Berlin allerdings auf wenig Begeisterung. Der einstige DDR-Ministerpräsident in der Wendezeit nach Honeckers Sturz, Hans Modrow, und der Linke-Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi halten den Friedhof der Sozialisten für denkbar ungeeignet. Modrow befürchtet gar eine Anlaufstelle für wütende Ex-DDR-Bürger, wie er dem „Berliner Kurier“ sagte.
Honecker war der letzte DDR-Staats- und SED-Parteichef, seine Frau Margot die DDR-Volksbildungsministerin. Den Grund für den Wunsch des Enkels nannte dessen Mitautor Thomas Grimm in dem Buch „Ich war der letzte Bürger der DDR“, das heute erscheint: Es sei der Wunsch Erich Honeckers gewesen, „in Deutschland seine letzte Ruhe zu finden.“ dpa