Interpol-Präsident Meng Hongwei wird vermisst

von Redaktion

Lyon – Der Präsident der internationalen Polizeiorganisation Interpol, der Chinese Meng Hongwei, wird vermisst. Die französische Justiz leitete eine Untersuchung ein. Mengs Familie habe nichts mehr von ihm gehört, seit er Ende September nach China abgereist sei. Seine Ehefrau habe ihn vermisst gemeldet. Meng ist auch Chinas Vizeminister für öffentliche Sicherheit.

Interpol teilte mit, man sei sich der Medienberichte über das „angebliche Verschwinden“ von Meng Hongwei bewusst. „Dies ist eine Angelegenheit für die zuständigen Behörden in Frankreich und China.“ Für die Führung des Alltagsgeschäfts sei der Generalsekretär Jürgen Stock verantwortlich. Interpol werde sich nicht näher zu der Angelegenheit äußern. Nach Angaben des französischen Radiosenders Europe 1 reiste Meng am 29. September von Frankreich nach China. Seitdem fehle von ihm nach Angaben seiner Frau jede Spur. „Er ist nicht in Frankreich verschwunden“, betonte ein Ermittler.

Meng war im November 2016 als erster chinesischer Regierungsvertreter an die Spitze von Interpol gewählt worden. Zuvor war der studierte Jurist Meng in China stellvertretender Minister für Öffentliche Sicherheit. Als solcher war er unter anderem für den Kampf gegen den Terrorismus und den Drogenhandel sowie Grenzkontrollen zuständig. Interpol sitzt im französischen Lyon und ist mit 192 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus. Die Organisation unterstützt maßgeblich den Kampf gegen den Terrorismus, gegen Cyber-Attacken und das organisierte Verbrechen.

Meng war 2016 zum Präsidenten ernannt worden. Menschenrechtler hatten besorgt auf die Personalie reagiert: Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach Dissidenten und Aktivisten zu benutzen.  afp/dpa

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