Papst spricht Paul VI. und Oscar Romero heilig

von Redaktion

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat in Rom seinen Vorgänger Paul VI. (1963–1978) und den ermordeten salvadorianischen Erzbischof Oscar Romero (1917–1980) heiliggesprochen. Bei der Feier auf dem Petersplatz am Sonntag nahm er fünf weitere Selige in das Verzeichnis der katholischen Heiligen auf, unter ihnen die aus dem Westerwald stammende Gründerin der „Dernbacher Schwestern“, Maria Katharina Kasper (1820 –1898).

Unter Paul VI. endete 1965 das Zweite Vatikanische Konzil, bei dem die Kirche ihre Haltung zur modernen Welt reformierte. Erzbischof Romero, ein wichtiger Vertreter der Befreiungstheologie, wurde 1980 nach seinem Eintreten gegen die salvadorianische Militärjunta erschossen. Katharina Kasper gründete 1845 einen Verein für Kranken- und Altenpflege, aus dem später die Kongregation der Dernbacher Schwestern hervorging. Heute zählen die „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ rund 600 Schwestern.

Zu der Heiligsprechung reisten zahlreiche hohe Delegationen nach Rom, unter ihnen die Staatschefs von El Salvador, Panama und Chile. Zu Ehren der aus Spanien stammenden Ordensgründerin Nazaria Ignazia March Mesa (1889–1943) nahm die spanische Königin Sofia an der Zeremonie teil.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. blieb der Feier fern. Der 91-Jährige sei nicht mehr so agil wie noch vor einigen Monaten, sagte Kardinal Angelo Becciu, Präfekt der Heiligsprechungskongregation, im Vorfeld. Paul VI. hatte bei seinem letzten Konsistorium am 27. Juni 1977 Joseph Ratzinger in den Kardinalsstand erhoben.

Kardinal Angelo Becciu, Präfekt der Heiligsprechungskongregation, hob den Einsatz des späteren Paul VI. für verfolgte Juden hervor. Giovanni Battista Montini war von 1937 an in leitender Position im vatikanischen Staatssekretariat tätig. Den ermordeten salvadorianischen Erzbischof Romero würdigte Becciu für seinen Einsatz für Arme inmitten „sozialer und politischer Unterdrückung“.

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