Ein Flug in den Tod für 23 Euro

von Redaktion

Indonesische Maschine der Billigfluglinie Lion Air abgestürzt – Fast 190 Tote

Jakarta – Beim Absturz einer indonesischen Billigflug-Maschine mit fast 190 Menschen an Bord sind vermutlich alle Insassen ums Leben gekommen. Die Boeing 737 der Fluglinie Lion Air fiel am Montag wenige Minuten nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Jakarta ins Meer. Die Fluggesellschaft vermutete ein technisches Problem als Ursache.

Das Flugzeug war zwar erst zwei Monate alt. Nach Angaben von Lion Air gab es damit aber bereits am Sonntag auf einem anderen Flug Schwierigkeiten. Mehrere Stunden nach dem Absturz gab es praktisch keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden.

Der Chef von Indonesiens Such- und Rettungsagentur, Muhammad Syaugi, sagte: „Wir haben die Meeresoberfläche abgesucht und keine Überlebenden gefunden.“ Das Wrack liegt in etwa 35 Metern Tiefe auf dem Grund der Javasee. Nach Angaben der Behörden waren 188 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Die Fluglinie sprach von insgesamt 189 Insassen.

Die Boeing 737 der neuen Baureihe MAX 8 war auf dem Weg nach Pangkal Pinang, der größten Stadt der Nachbarinsel Bangka. Kurz nach dem Start um 6.20 Uhr, also 0.20 Uhr unserer Zeit, bat der Pilot – ein erfahrener Mann mit 6000 Flugstunden – wegen eines Notfalls, nach Jakarta zurückkehren zu dürfen. Dann brach der Kontakt ab.

An der Unglücksstelle trieb nach Stunden noch ein großer Teppich aus Flugbenzin auf dem Wasser. Dazwischen schwammen größere Wrackteile, außerdem Rettungswesten, Handyhüllen, Ausweise, Führerscheine und verschiedene andere Dokumente. Unter den Todesopfern sind auch mehrere Beamte des indonesischen Finanzministeriums, die übers Wochenende in der Hauptstadt waren.

Der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait, bestätigte, dass die Maschine bereits am Tag zuvor auf dem Flug von Bali nach Jakarta ein technisches Problem hatte. Dies sei jedoch vor dem Start am Montag „nach Vorschrift“ behoben worden. Details nannte er allerdings nicht. Das Flugzeug war seit Mitte August in Betrieb und hatte erst 800 Flugstunden hinter sich.

Lion Air ist die größte Billigfluglinie des Inselstaats Indonesien. Tatsächlich ist auch die Frühmaschine um 6.20 Uhr besonders günstig: Umgerechnet kostet ein solcher Flug nicht einmal 23 Euro.

Der indonesische Billigflieger hatte 2013 schon einmal weltweit Schlagzeilen gemacht, als eine andere seiner Boeings vor Bali im Meer landete und auseinanderbrach. Zum Glück kam von den mehr als 100 Insassen damals niemand ums Leben.  dpa

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