Warum der Nikolaus Rot trägt

von Redaktion

Wo steht der größte Christbaum? Wie viele Wunschzettel erhält der Weihnachtsmann? Und wie weit wirft ein Weltmeister eine Fichte? Die Antworten liefert diese Auflistung von 24 teils kuriosen Fakten.

VON MAREK MAJEWSKY

Sinn der Sonntage

In der Adventszeit hat jeder Sonntag seine Stellung. Der erste Advent steht für den Einzug Jesu in Jerusalem. Die weiteren Sonntage sind der Wiederkunft Christi, Johannes und Maria gewidmet.

Der größte Christbaum

Der laut Guinness-Buch der Rekorde größte Weihnachtsbaum war 67,36 Meter hoch. Er stand 1950 in Seattle (USA). In Deutschland brüstet sich Dortmund mit dem vermeintlich größten Weihnachtsbaum der Welt: 45 Meter hoch und ein Konstrukt aus 1700 Rotfichten.

Süße Rekorde

Rekordnaschereien: Das Guinness-Buch listet einen 651 Kilo schweren Pfefferkuchenmann aus Norwegen, einen fünf Meter großen Schoko-Nikolaus aus Italien und einen 3,28 Tonnen schweren englischen Plumpudding auf.

Emsige Schreiberlinge

Zehntausende Wunschzettel sind bereits bis Mitte November in den offiziellen Weihnachtsfilialen der Post eingegangen. 2017 schrieben Kinder fast 580 000 Briefe.

Der Korruptions-Baum

Ein Plastikweihnachtsbaum für stolze 83 000 Euro hat vergangenes Jahr in der serbischen Hauptstadt Belgrad zu Spott und Kritik geführt. Der 18 Meter hohe Baum sei „nur die Spitze des gewaltigen Eisbergs von Korruption“, schrieb die Zeitung „Blic“. Er stand schon drei Tage vor Ablauf der Ausschreibung.

Und es gibt ihn doch

Ist der Weihnachtsmann die Erfindung eines Getränkeherstellers? Nicht ganz: Zwar ist sein rot-weißes Gewand von einer Werbekampagne geprägt, doch ist er selbst keine Erfindung des Konzerns. Früher war der Mantel des Weihnachtsmanns auch blau oder braun. In Deutschland vereinte er im 19. Jahrhundert Elemente von Nikolaus und Knecht Ruprecht.

Musik darf schallen

Seit Anfang November mit „Last Christmas“ oder „Feliz Navidad“ beschallt zu werden, kann nerven, ist aber erlaubt. Polizisten in Bayern twitterten 2017: „Nervige Weihnachtslieder sind kein Grund, Anzeige zu erstatten.“

Streit um den Baum

Der Weihnachtszwist: Riga (Lettland) und Tallinn (Estland) beanspruchen den ersten Weihnachtsbaum der Welt für sich. Forscher sind sich uneins. 1510 hätten Kinder in Riga eine Tanne per Zufall geschmückt. Schon 1441 soll jedoch in Tallinn ein Baum verziert worden sein.

Rom oder Mailand?

In Italien zanken sich Mailand und Rom seit Jahren, wer den schöneren Weihnachtsbaum hat. Der Hauptstadtbaum stand zwei Jahre in Folge wegen seines Aussehens in der Kritik. Der gebürtige Mailänder und jetzige Innenminister Matteo Salvini hatte 2017 angeboten, Rom heuer einen zu schenken.

Ärger ums Licht

Weihnachtliche Deko, die fremde Schlafzimmer ausleuchtet, sollte spätestens ab 22 Uhr ausgeschaltet werden. Sonst dürfen sich Nachbarn beschweren. Mit kitschigen Rentieren oder Eisschlössern müssen Nachbarn leben.

Festliche Stromfresser

Rechnerisch entsprach der Stromverbrauch für Weihnachtsdeko im Jahr 2017 dem Jahresverbrauch einer Stadt so groß wie Mainz. In Deutschland erstrahlen 17 Milliarden Lämpchen.

Sinnlich statt besinnlich

In Deutschlands größter Hansestadt wird zu „Hamburgs geilstem Weihnachtsmarkt“ eingeladen. Auf dem Santa-Pauli-Weihnachtsmarkt an der Reeperbahn sind abends Stripshows geplant.

Glück für Gefangene

Dank der in den meisten Bundesländern üblichen Weihnachtsamnestie dürfen jedes Jahr hunderte Häftlinge etwas früher das Gefängnis verlassen. In Nordrhein-Westfalen kamen heuer schon 501 Gefangene vorzeitig frei.

Späte Bescherung

Eine Geduldsprobe für Kinder, die auf Geschenke warten: Ein Teil der christlich-orthodoxen Kirchen begeht die Geburt Jesu 13 Tage nach dem deutschen Fest. So richten sich in Russland die Feierlichkeiten nach dem julianischen Kalender. Die Westkirchen richten sich nach dem gregorianischen Kalender.

Kurzer Frieden im Krieg

Ohne Erlaubnis ihrer Oberkommandos unterbrachen deutsche und britische Soldaten am 24. Dezember 1914 an einigen wenigen Schützengräben im Ersten Weltkrieg das gegenseitige Abschlachten. Vermutlich ging die kurze Versöhnung vom belgischen Ypern aus. Der Frieden hielt nur Tage.

Sonnengott und Jesus

An welchem Tag Jesus geboren wurde, ist unbekannt – das genaue Jahr historisch umstritten. Im 4. Jahrhundert legten die Christen den Geburtstag von Jesus auf den Feiertag des römischen Sonnengottes Sol Invictus.

Ochs und Esel

Ochse und Esel kommen in den Berichten des Neuen Testaments über die Geburt von Jesus nicht vor, sondern nur in der Parallel-Literatur zur Bibel – den Apokryphen. Dort wird zudem die orthodoxe Tradition aufgenommen, dass Jesus in einer Höhle geboren worden sei.

Christbaum-Werfen

Die Teilnehmer der WM im Weihnachtsbaumwerfen in Rheinland-Pfalz müssen eine Fichte wie einen Speer werfen, wie einen Hammer schleudern und über eine Latte für Hochsprung stoßen. Die Einzelwerte werden addiert. Gesiegt hat 2017 ein Mann mit 22,47 Metern Gesamtweite und eine Frau mit 14,38 Metern.

Man ist, was man isst?

Eine einheitliche Weihnachtsmahlzeit gab es in Deutschland nie. Am häufigsten (40 Prozent) gibt es an Heiligabend den Klassiker Würstel mit Kartoffelsalat, ergab eine Umfrage.

Frühe Christbäume

Seit Oktober kann man in einem Supermarkt in Bangkok (Thailand) echte Tannenbäume bestellen – für umgerechnet 260 Euro.

Der erste Kalender

Seit etwa 1850 gab es „Adventszeitmesser“ als Abriss-kalender oder Weihnachtsuhren. Der erste gedruckte, noch fensterlose Adventskalender ging Anfang des 20. Jahrhunderts auf einen Münchner Verleger zurück. Um 1920 erschienen die ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen.

Zaster für Geschenke

Auch heuer werden die Deutschen Milliarden für Geschenke ausgeben. Je nach Umfrage sagten Bundesbürger 2017, sie geben 465 Euro beziehungsweise 266 Euro aus.

Massenrekorde

Weihnachten ist auch das Fest der Massenrekorde. Das Guinness-Buch der Rekorde listet auf: 2014 versammelten sich in Bangkok (Thailand) 1762 Weihnachtselfen, 2015 kamen 3473 Menschen in Weihnachtspullis in Kansas (USA) zusammen und in Indien trugen vor vier Jahren 18 112 Menschen ein Weihnachtsmannkostüm.

Kranz aus Hamburg

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in einem Hamburger Jugendheim den wohl ersten Adventskranz. Der Brauch verbreitete sich schnell im protestantischen Norddeutschland. Im katholisch geprägten Süden wurde er erst nach dem Zweiten Weltkrieg heimisch.

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