Berlin – Die letzte Video-Botschaft von Alexander Gerst vor seiner Rückkehr zur Erde hat in den sozialen Medien für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Am Mittwoch veröffentlichte der Astronaut eine etwa fünfminütige „Nachricht an meine Enkelkinder“. In deutlichen Worten richtet er sich darin an künftige Generationen und beschreibt, was die Menschheit ändern muss, damit die Erde ein lebenswerter Planet bleibt.
„Liebe Enkelkinder, ihr seid noch nicht auf der Welt und ich weiß nicht, ob ich euch jemals treffen werde. Deswegen habe ich beschlossen, euch diese Nachricht hier aufzuzeichnen. Ich befinde mich gerade auf der Internationalen Raumstation im ,Cupola‘-Aussichtsmodul und schaue auf euren wunderschönen Planeten runter. Obwohl ich bis jetzt fast ein Jahr im All verbracht habe und an jedem einzelnen Tag da runter geschaut hab’, kann ich mich einfach nicht daran sattsehen.“
Er müsse sich für seine Generation entschuldigen, sagt er. „Im Moment sieht es so aus, als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden.“ Die Menschheit sei gerade dabei, das Klima zu kippen, Meere zu verschmutzen und die limitierten Ressourcen viel zu schnell zu verbrauchen. Die Erde sei ein „zerbrechliches Raumschiff“ und er hoffe, dass „wir noch die Kurve kriegen“. Seine Hoffnung: „Ich würde mir wünschen, dass wir nicht bei euch als die Generation in Erinnerung bleiben, die eure Lebensgrundlage egoistisch und rücksichtslos zerstört hat.“ Er endet mit einem Wunsch: „Ich wünschte mir, ich könnte durch eure Augen in die Zukunft schauen. In eure Welt und wie ihr sie seht. Das geht leider nicht und deswegen ist das Einzige, was mir bleibt, zu versuchen, eure Zukunft möglich zu machen. Und zwar die beste, die ich mir vorstellen kann.“
Die emotionale Botschaft hatte er Ende November an Bord der Internationalen Raumstation aufgenommen. Kein anderes Video wurde am Mittwoch in Deutschland häufiger auf Facebook geteilt.