Stuttgart – Herausragendes Ereignis am Sternenhimmel ist zu Jahresbeginn die totale Mondfinsternis vom 21. Januar. Sie findet in den frühen Morgenstunden statt. Die Vollmondposition wird um 6.16 Uhr im Sternbild Krebs erreicht. Bereits um 4.34 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde. Um 5.41 Uhr ist er vollständig in den Kernschatten hineingewandert, die Totalität beginnt. Sie dauert bis 6.44 Uhr. Danach schiebt sich unser Nachbar im All langsam aus dem Kernschatten, bis er ihn um 7.51 Uhr endgültig verlässt. Damit ist der sichtbare Teil des kosmischen Schattenspiels zu Ende.
Venus eröffnet den Jahresreigen als strahlender Morgenstern. Am Morgenhimmel ist sie über dem Südosthorizont zu sehen. Am 6. erreicht sie mit 47 Grad ihren größten westlichen Winkelabstand von der Sonne, weshalb sie leicht am Morgenhimmel im Südosten zu beobachten ist. Mit Jupiter, der ebenfalls am Morgenhimmel vertreten ist, liefert sich der Planet der Liebesgöttin ein Wettrennen – Venus gewinnt. Am 22. überholt die Venus den Riesenplaneten, der gemächlich durch das Sternbild Schlangenträger wandert. Ein spektakulärer Himmelsanblick bietet sich Sternfreunden am Monatsletzten gegen 6.30 Uhr morgens tief am Südosthimmel, wenn zwischen den beiden hellsten Planeten Venus und Jupiter die Sichel des abnehmenden Mondes zu sehen ist.
Mars ist Planet der ersten Nachthälfte. Er ist der einzige helle Wandelstern, der noch am Abendhimmel vertreten ist. Obwohl seine Helligkeit abnimmt, ist er noch ein auffälliges Gestirn. Am frühen Abend sieht man Mars hoch im Süden. Gegen 22 Uhr ist er im Westen zu finden. Der Rote Planet wandert durch das Sternbild Fische. Schon am 2. überschreitet er den Himmelsäquator und wechselt von der Süd- auf die Nordhälfte des Firmaments.
In den ersten zehn Januartagen flammen die Meteore des Quadrantidenstromes auf. Das ausgeprägte Maximum ist in der Nacht vom 3. auf 4. zu erwarten, wobei bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde aufblitzen. In diesem Jahr stört kein Mondlicht die Beobachtungen.
Das Leitsternbild des Winterhimmels ist der Orion. Er ist am auffallendsten. Gegen 22 Uhr sieht man ihn hoch im Süden. Ein heller rötlicher Stern deutet die östliche Schulter des Himmelsjägers an. Er heißt Beteigeuze, was arabisch Schulter bedeutet. Der zweite helle Stern markiert den westlichen Fuß des Jägers und wird Rigel genannt. Der Name kommt ebenfalls aus dem Arabischen und heißt auch Fuß. Zwischen Beteigeuze und Rigel stehen drei Sterne auffällig in einer Reihe. Sie stellen den Gürtel des Orion dar.
Die Sonne wandert entlang des aufsteigenden Teils ihrer Jahresbahn, weshalb die Tageslänge in der Mitte Deutschlands im Januar um rund eineinviertel Stunden zunimmt. Die Mittagshöhe steigert sich um fast sechs Grad. Die Erde passiert mit einer Geschwindigkeit von fast 31 Kilometer pro Sekunde am 3. Januar morgens ihren sonnennächsten Bahnpunkt, das Perihel. An diesem Tag trennen sie 147 Millionen Kilometer von der Sonne.