Nasa-Sonde: So weit entfernt ist noch nie geforscht worden

von Redaktion

Washington – Raumfahrtgeschichte hat „New Horizons“ schon jetzt geschrieben. Im Juli 2015 flog die etwa Klavier-große und rund 500 Kilogramm schwere US-Sonde als erster irdischer Flugkörper am Zwergplaneten Pluto vorbei und lieferte Wissenschaftlern einen Schatz an Bildern und Daten. Die Sonde ist seitdem etwa 1,6 Milliarden Kilometer weitergeflogen und steht vor dem nächsten historischen Rendezvous: Am 1. Januar gegen 6.30 Uhr MEZ soll „New Horizons“ an einem Objekt im sogenannten Kuipergürtel vorbeifliegen – ebenfalls als erster irdischer Flugkörper. Es wäre das bislang am weitesten von der Erde entfernte Rendezvous einer Sonde mit einem Himmelskörper in der Raumfahrtgeschichte in einer Entfernung von rund 6,5 Milliarden Kilometern.

„(486958) 2014 MU69“ hieß das Objekt bislang – und weil sich das niemand merken oder aussprechen kann, hat die Nasa ihm mithilfe einer Online-Umfrage nun erst mal den Spitznamen „Ultima Thule“ gegeben.

Über „Ultima Thule“ ist bislang nur extrem wenig bekannt, noch nicht einmal, ob es sich um ein oder mehrere Objekte handelt. „Wir erwarten, dass es der am besten erhaltene planetare Baustein ist, den wir je erkundet haben“, sagt Missionschef Alan Stern. „,Ultima Thule‘ sollte ein wertvolles Fenster in die frühe Zeit der Planetenformation und dem Zustand des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren sein.“

Die Sonde „New Horizons“ war im Januar 2006 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet, 2006 an der Umlaufbahn des Mars vorbeigeflogen. 2007 hatte sie sich dem Jupiter auf rund 2,3 Millionen Kilometer genähert, 2008 die Umlaufbahn des Saturn durchquert, 2011 die des Uranus und 2014 die des Neptun. „New Horizons“ wird nun noch dreimal näher an „Ultima Thule“ vorbeifliegen als 2015 an Pluto, in einer Entfernung von rund 3500 Kilometern und mit 51 500 Kilometern pro Stunde.

Auch nach „Ultima Thule“ dürfte noch nicht Schluss sein. Geht alles glatt, würde die Nasa „New Horizons“ gerne noch zu weiteren Objekten im Kuipergürtel schicken. Diese ringförmige Region enthält nach Schätzungen von Wissenschaftlern zigtausende Objekte. „Weil es die am weitesten entfernte Erforschung von etwas in der Geschichte der Menschheit ist, wird es auch historisch“, sagt Missionschef Stern. „Was ,Ultima Thule‘ enthüllen wird? Niemand weiß es. Das ist das Aufregendste für mich – pure Erforschung und fundamentale Wissenschaft!“

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