Erste Sturmflut des Jahres: Frachter verliert 270 Container

von Redaktion

Rostock/Hamburg – Hochwasser an der Ostsee und umgerissene Bäume in der Region: Tief „Zeetje“ hat Einsatzkräfte im Norden Deutschlands am Neujahrsabend auf Trab gehalten und an der Küste die erste Sturmflut des neuen Jahres ausgelöst.

In Wismar lag der Wasserstand am Vormittag 1,70 bis 1,80 Meter über Normal, wie ein Stadtsprecher sagte. Niedrig gelegene Straßen in der historischen Innenstadt seien überflutet worden. Das Wasser stehe bis zu 20 Zentimeter hoch. Die Menschen seien über Radio aufgefordert worden, ihre Autos aus den gefährdeten Bereichen wegzufahren. Fährverbindungen der Weißen Flotte in Warnemünde und die Verbindung zwischen Rügen und Hiddensee wurden zeitweise eingestellt.

Auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste stiegen die Pegelstände gegen Mittag teils deutlich über die Normalwerte. In Lübeck und Flensburg standen Autos unter Wasser, die aus gefährdeten Gebieten nicht rechtzeitig weggefahren oder abgeschleppt worden waren. In beiden Städten mussten ebenso wie in Kiel überspülte Uferstraßen vorübergehend gesperrt werden, wie die Polizei berichtete. Größere Schäden wurden bis zum Nachmittag nicht gemeldet.

Im Lauf der Nacht auf Mittwoch nahm der Sturm deutlich ab. Windböen gebe es nur noch an den Küsten, hieß es am Vormittag. Die Sturmflutwarnung für die Ostsee wurde aufgehoben.

Auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven hat ein Frachter im Sturm bis zu 270 Container in der Nordsee verloren. Mindestens vier enthielten Gefahrgut, sagte ein Sprecher des Cuxhavener Havariekommandos gestern. Drei dieser Container trieben im niederländischen Gewässer, einer im deutschen. Bei dem Gefahrgut handele es sich um Dibenzoylperoxid, das in der Kunststoffproduktion eingesetzt werde. An den Inseln Vlieland, Terschelling und Ameland wurden nach Angaben der niederländischen Küstenwache 21 Container angespült.

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