Erste Landung auf der Mondrückseite

von Redaktion

Das Manöver galt als schwierig, doch die junge Weltraumnation China hat geliefert. Erstmals ist eine Sonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Auch Technik aus Deutschland ist an Bord.

Peking – Mehr als 50 Jahre nach der ersten Mondlandung hat eine chinesische Sonde erstmals auf der Rückseite des Erdtrabanten aufgesetzt. Minuten nach der Landung am Donnerstagmorgen funkte die Sonde „Chang’e 4“ erste Bilder zur Erde, auf denen die Oberfläche des Mondes zu sehen ist.

Die erste sanfte Mondlandung gelang der sowjetischen Sonde „Luna 9“ 1966. 1969 betrat ein US-Astronaut erstmals den Erdtrabanten. China ist nun aber die erste Nation, die auch auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes gelandet ist. Als Hürde galt die reibungslose Kommunikation mit der Erde, weil auf der Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann. Deshalb brachten die Chinesen bereits im Mai den Übertragungssatelliten „Queqiao“ (Brücke der Elstern) in Position, um Signale aus dem Funkschatten senden zu können.

Geplant sind unter anderem Experimente mit niedrigen Radiofrequenzen. Zudem hat „Chang’e 4“ Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

An Bord ist auch ein von Wissenschaftlern der Kieler Christian-Albrechts-Universität entwickeltes Strahlenmessgerät. Das Kieler Experiment soll mindestens ein Jahr lang die Strahlung und den Wassergehalt des Bodens messen und die Daten zur Erde schicken. Die Erkenntnisse daraus sollen helfen, zukünftige bemannte Mondmissionen vorzubereiten.

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