IN KÜRZE

von Redaktion

Der des Mordes an 100 Patienten angeklagte Ex-Krankenpfleger Niels Högel (42) hat aus Sicht der Ermittler in der Endphase seiner Verbrechensserie allein aus dem Motiv gehandelt, Menschen umzubringen. „Am Ende ging es Högel nur darum zu töten“, sagte Chefermittler Arne Schmidt (48) am Donnerstag im Prozess vor dem Landgericht Oldenburg. Es sei ihm nicht mehr – wie anfangs noch – darum gegangen, als kompetenter Retter zu gelten. Högel, dem die Staatsanwaltschaft 100 Morde an den Kliniken der niedersächsischen Städte Delmenhorst und Oldenburg zur Last legt, habe in den Vernehmungen nicht durchgängig die Wahrheit gesagt, sondern „planmäßig und inszeniert“ gelogen. „Was nicht zu beweisen ist, gibt er auch nicht zu“, resümierte Schmidt nach 30 Vernehmungsstunden mit Högel. Der 48-jährige Beamte referierte detailliert die einzelnen Ermittlungsphasen für die Tatorte Oldenburg und Delmenhorst, wo Högel von Juni 1999 bis Oktober 2002 beziehungsweise von Dezember 2002 bis zu seiner Festnahme am 8. Juli 2005 beschäftigt war.

Der bisherige menschliche Altersrekord geht möglicherweise auf einen Betrug zurück: Zwei russische Wissenschaftler halten es für sehr wahrscheinlich, dass nicht Jeanne Calment 1997 im Alter vom 122 Jahren und 164 Tagen gestorben ist, sondern ihre einzige Tochter Yvonne im Alter von 99 Jahren. Um die Erbschaftssteuer zu umgehen, könnte Yvonne bereits 1934 die Identität ihrer Mutter angenommen haben, als diese an einer Rippenfellentzündung gestorben sei, vermuten die beiden Russen. Jeanne Calment war lange Zeit eine Berühmtheit, weil die Jahre spurlos an ihr vorübergehen zu schienen. Gott müsse sie vergessen haben, witzelte die alte Dame gerne, deren vom Guinness-Buch dokumentierter Langlebigkeitsrekord bis heute ungebrochen ist. Den russischen Mathematiker Nikolai Sak kam nach monatelanger Forschung gemeinsam mit dem Gerontologen Waleri Nowoselow zu dem Schluss, dass es sich bei der 1997 Verstorbenen unmöglich um Jeanne handeln könne. Der Bericht der beiden russischen Wissenschaftler stößt bei Kollegen auf unterschiedliche Reaktionen. Der französische Gerontologe Jean-Marie Robine, der an den Überprüfungen für das Guinness-Buch der Rekorde beteiligt war, sagt, er habe nie an der Authentizität von Calments Dokumenten gezweifelt.

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