Berkeley/Adeleide – Die vergangen vier Jahre sind weltweit die vier heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Wie die US-Forschungsgruppe Berkeley Earth am Donnerstag bekannt gab, war 2018 das viertwärmste Jahr. Die Temperaturen lagen im vergangenen Jahr im Schnitt um 1,16 Grad Celsius über dem Mittel der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die als Vergleichszeitraum herangezogen wurde.
2018 sei zwar kühler ausgefallen als die drei Jahre zuvor, aber wärmer als alle Jahre vor 2015, heißt es in dem Bericht. 2016 bleibe damit das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Der leichte Temperaturrückgang im vergangenen Jahr sei sehr wahrscheinlich auf kurzfristige natürliche Schwankungen zurückzuführen.
Der Bericht bestätigt Messungen des Copernicus Climate Change Service der EU. Auch dieser am 7. Januar veröffentlichte Bericht hatte die Jahre 2015 bis 2018 als die bislang heißesten ausgewiesen. Auch eine Analyse der Weltwetterorganisation (WMO) war Ende November zu diesem Ergebnis gekommen.
Für 2019 sieht es schon jetzt nicht gut aus: Die WMO schätzt die Chance, dass in den nächsten drei Monaten das Wetterphänomen El Niño beginnt, auf 75 bis 80 Prozent. Das alle paar Jahre auftretende Klimaphänomen führt zu Dürren in den Tropen und reduziert unter anderem die Kapazität von Wäldern, CO2 aufzunehmen. „Wenn sich El Niño entwickelt, dürfte 2019 noch wärmer werden“, so die WMO.
Das bekommen zwar gerade nicht wir, aber die Australier zu spüren: Der Süden des Landes wird derzeit von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. In Melbourne stieg die Temperatur auf 42,3 Grad Celsius, in vielen Teilen Victorias wurden aber mehr als 45 Grad Celsius gemessen. Noch heißer war es mit 46,6 Grad Celsius im westlich von Melbourne gelegenen Adelaide, der Hauptstadt des Bundesstaates South Australia. Die Stadt Port Augusta rund 300 Kilometer nördlich von Adelaide litt unter 49,5 Grad Celsius – und stellte dabei den Weltrekord für die höchste jemals in einem Küstenort gemessene Temperatur auf.