„Engmaschigere Kontrollen sind zwingend erforderlich“

von Redaktion

VIER FRAGEN AN…

Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V.:

Wie beurteilen Sie die Alkohol-Problematik unter Lkw-Fahrern?

Es handelt sich aus unserer Sicht nicht um ein spezifisches Problem bei Lkw-Fahrern. Wir machen deshalb hier keinen Unterschied zu anderen Verkehrsteilnehmern: Jeder, der sich alkoholisiert am Straßenverkehr beteiligt, ist einer zu viel. Das sehen auch unsere Mitgliedsunternehmen so, die auf verschiedenste Weise Vorbeugung betreiben. So ist in zahlreichen Betrieben die Beratung und Begleitung sowie die regelmäßige Kontrolle von Mitarbeitern mit Alkoholproblemen ein Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Was halten Sie von einer Null-Promille-Grenze für Lkw-Fahrer?

Wie bei der ersten Frage: Im Interesse der allgemeinen Verkehrssicherheit sind solche Grenzen nicht für einzelne Teilnehmergruppen angesagt, sondern müssten generell für alle Beteiligten gelten. Restalkohol im Blut ist ein kritisches Thema bei allen Verkehrsteilnehmern.

Sind engmaschigere Kontrollen sinnvoll, um die Gefahr schwerer Unfälle unter Lkw-Beteiligung zu senken?

Sie sind aus unserer Sicht nicht nur sinnvoll, sondern zwingend erforderlich, damit auf breiter Ebene sichergestellt ist, dass keine alkoholisierten Fahrer unterwegs sind. Wenn nicht umfassend kontrolliert wird, sind alle Grenzwerte nur Papiertiger.

Wären Alkolocks gerade für Lkw-Fahrer eine Lösung?

Es gibt dazu unterschiedlichste Erfahrungen in anderen Ländern, darunter durchaus auch positive. In der Regel sollen damit auffällige Fahrer vor einem Rückfall geschützt werden und die Chance bekommen, ihren Beruf weiter auszuüben. Grundsätzlich mangelt es hier aber noch an einem belastbaren Rechtsrahmen. Wir sehen außerdem Diskussionsbedarf in der Tatsache, dass dann – wegen wechselnder Dienstpläne – alle Fahrzeuge ausgestattet werden müssen und damit sämtliche Fahrer unter Generalverdacht stehen. Damit ist der Gleichbehandlungsgrundsatz außer Kraft, weil andere Fahrzeuge wie Transporter, Pkw, Motor- oder Fahrräder keine solche Wegfahrsperre hätten. Interview: Claudia Muschiol

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