Dortmund – Das Interesse am Jagdschein wächst, auch bei Frauen und jungen Leuten, wie sich kurz vor Start der europaweit größten Jagdmesse „Jagd & Hund“ an diesem Dienstag in Dortmund zeigt. 2018 haben 20 060 Anwärter bundesweit in den Kursen gesessen, eine Verdoppelung binnen rund zehn Jahren – 2009 waren es 9656 Teilnehmer laut Deutschem Jagdverband. Die Frauenquote sei deutlich auf knapp ein Viertel gestiegen. Das Durchschnittsalter der weiblichen Prüflinge liegt bei Frauen bei 35 Jahren, Männer sind 36 Jahre alt. Der Test scheint nicht einfach zu sein, 2018 fiel jeder Fünfte durch. Aktuell gibt es etwa 385 000 aktive Jäger.
Jagdschein und Prüfung kosteten rund 2000 Euro, eine Haftpflichtversicherung sei Pflicht, eine Waffenberechtigung und ein „Begehungsschein“ im Revier auf Zeit sind zu bezahlen. Hinzu kommen Ausgaben für Waffen, Sichtgeräte, Klamotten und immer mehr Technik, die in die Traditionszunft einzieht. Hygiene-Kenntnisse, Wild-Krankheiten, Naturschutz-Fakten, das alles muss sitzen. Und die Jäger haben ihre eigene Sprache. Eine Liste mit 400 Vokabeln ist abzuarbeiten. Kostprobe: „abbalgen“ bedeutet „abziehen des Fells“, „abnicken“ heißt, das Wild mit einem Stich ins Genick töten. Beim „Aufbrechen“ wird dem Schalenwild das „Gescheide“ (Eingeweide) und das „Geräusch“ (Herz, Lunge, Leber, Niere) entnommen. Nebel heißt im Jäger-Jargon „Gamshüter“, unter „Haderer“ versteht man die Oberkieferzähne des Keilers . Ein besseres Jäger-Image wünscht sich der Ausbildungsleiter der Kreisjägerschaft Ennepe-Ruhr, Alexander Kolodinski. „Manche denken noch immer, die Jäger gehen raus und schießen alles platt. Es geht aber viel um Naturschutz. Man schießt bei uns nicht um des Schießens willen.“