Wolf reißt Islandpony

von Redaktion

In Niedersachsen fürchten Tierhalter Angriffe auf ihre Herden

Rodewald – Pferdehalter Arnar Halldorsson erlitt einen Schock, als er sah, was von dem kleinen Isländerpferd Snót übrig geblieben war. Hinten auf der Weide lag der Kadaver: abgenagte Rippen und Beinknochen, nur der Kopf der acht Monate alten Stute war komplett übrig geblieben.

Gut eine Woche später hat das Gestüt Hrafnsholt in Nöpke nördlich von Hannover die offizielle Bestätigung: Das gut 100 Kilo schwere Jungtier wurde in der Nacht zum 5. Februar von Wölfen gerissen. Verantwortlich könnte der Leitwolf GW 717m sein, für dessen Abschuss das niedersächsische Umweltministerium Ende Januar eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt hat.

Als die Wölfe kamen, hatten zehn Pferde auf der Weide gestanden. Jetzt wurden sie auf eine Koppel näher am Hof gebracht. Lange hieß es, dass Herden von großen Tieren sich selbst gegen Wolfsangriffe schützen könnten. Unter den Nutztieren werden ansonsten vor allem Schafe und Ziegen von Wölfen gerissen. Doch das inzwischen berüchtigte Rodewalder Rudel attackiert in seinem Jagdrevier seit dem Frühjahr 2018 immer wieder Rinder und zuletzt mehrere Ponys und ein Alpaka. Betroffen sind Teile des Landkreises Nienburg, des Heidekreises und der Region Hannover. Nun wird dort heftig diskutiert, ob ein Abschuss des Leitwolfes das Problem lösen kann.

In Rodewald berichten Einwohner, in der Dämmerung Wölfe gesehen zu haben. Den örtlichen Waldkindergarten zäunten Eltern im Herbst aus Sorge um ihre Söhne und Töchter ein. „Der größte Teil der Menschen hier würde sich besser fühlen, wenn es das Rudel nicht gäbe“, meint Gisela Weier vom Heimatverein, die selbst aber keine Angst vor dem Wolf habe. dpa

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