Todesfall bei deutschem Sterne-Koch

von Redaktion

Lebensmittelvergiftung: Frau stirbt nach Besuch des „Riff“ von Bernd Knöller in Valencia

Valencia – Im Nobel-Restaurant „Riff“ in Valencia ist eine Frau nach dem Genuss eines Pilzgerichts gestorben. Zubereitet wurde das Essen vom deutschen Sterne-Koch Bernd Knöller. Die Ursache für den Tod der Frau ist bisher nicht geklärt. Das Lokal wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen vorläufig geschlossen.

Die mutmaßlich tödliche Lebensmittelvergiftung beschäftigt die spanische Justiz. Ein Untersuchungsrichter habe sich des Falles, der sich bereits am Samstag vor einer Woche zugetragen hat, angenommen, teilte das zuständige Gericht in der ostspanischen Stadt am Freitag mit. Der Sterne-Koch hat seine Zusammenarbeit mit den Behörden zugesichert.

Insgesamt hatten rund 30 Gäste des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants „Riff“ Vergiftungssymptome gezeigt. Das 2001 eröffnete Lokal trägt den Stern seit 2009.

Die Frau hatte sich mit ihrem Ehemann und dem zwölfjährigen Sohn zu ihrem Geburtstag in dem Sterne-Restaurant laut BamS das Menü „el Riff“ bestellt. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden starb die 46-jährige am vergangenen Sonntag. Vater und Sohn erlitten den Angaben zufolge ebenfalls eine Lebensmittelvergiftung, hätten sich aber wieder erholt.

Zu dem Menü (200 Euro, inklusive Weinbegleitung) gehörten valencianischer Reis mit gemischten Pilzen, darunter auch so genannte Frühjahrsmorcheln. Diese seltenen Steinpilze stehen in Deutschland unter Naturschutz, roh sind sie giftig. Sie müssen vor der Verarbeitung getrocknet und danach gekocht werden, damit die Giftstoffe im Fleisch der Pilze beseitigt werden und sie essbar sind.

Kurz nach dem Genuss des Pilzgerichts traten bei der 46-jährigen Frau erste Vergiftungserscheinungen auf: Sie übergab sich und litt unter schwerem Durchfall, am folgenden Morgen ist sie in ihrer Wohnung gestorben. „Unabhängig von den Gründen, die diese Situation verursacht haben könnten, möchte ich mein tiefstes Bedauern über das Geschehene aussprechen und hoffe, dass all diese Fakten in Kürze geklärt werden können“, zeigte sich Sterne-Koch Bernd Knöller geschockt.

Von den mehr als 70 befragten Gästen, die das Restaurant in den drei Tagen vor dem Todesfall besucht hätten, haben laut Behördenangaben 29 eine Lebensmittelvergiftung davongetragen. Allerdings seien die Symptome nicht gravierend gewesen, meist blieb es bei Übelkeit. Die regionale Gesundheitschef Ana Barceló sagte: „Die in den letzten Tagen gesammelten Proben wurden zur Analyse an das National Toxicology Institute geschickt.“ Es müsse abgewartet werden, bis die Autopsie an der Frau durchgeführt sei, bevor festgestellt werden könne, ob die Einnahme eines Lebensmittels direkt ihren Tod verursacht habe. Es wird außerdem untersucht, ob die Verstorbene durch etwas, das sie gegessen hat, vergiftet worden sein könnte, oder ob sie an ihrem eigenen Erbrochenen erstickt ist.

Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens haben laut der spanischen Zeitung „El País“ das Restaurant inspiziert, fanden jedoch nichts, das zu der Lebensmittelvergiftung beigetragen haben könnte. Die Ermittler sammelten auch Proben von Zutaten und Rohkostprodukten, die Bestandteil der Speisekarte waren, und analysieren sie derzeit. Barceló fügte hinzu, sie könne zu diesem Zeitpunkt nicht feststellen, ob die Krankheit durch Morcheln verursacht worden sei, die auf der Speisekarte des Restaurants standen.

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