157 Tote bei Flugzeugabsturz in Äthiopien

von Redaktion

Offenbar Deutsche und UN-Mitarbeiter unter den Opfern – Unglücksursache noch unklar

Addis Abeba – Beim Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien sind nach Angaben der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines alle 157 Insassen ums Leben gekommen. Das Auswärtige Amt in Berlin ging davon aus, dass auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sind, nannte aber keine Zahl. Einer Liste der Airline zufolge waren fünf Deutsche und viele weitere Europäer an Bord. Insgesamt seien an Bord der Boeing 149 Passagiere und 8 Crew-Mitglieder gewesen.

Die Unglücksmaschine, die von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba in die kenianische Hauptstadt Nairobi fliegen sollte, war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start abgestürzt. Laut der Airline waren unter den Opfern aus 35 Ländern unter anderem 32 Kenianer, 18 Kanadier, 9 Äthiopier sowie jeweils 8 US-Amerikaner, Italiener und Chinesen.

Das US-Außenministerium in Washington bestätigte, dass unter den Opfern auch US-Amerikaner sind, nannte aber keine Zahl. Vom Auswärtigen Amt in Berlin hieß es: „Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Äthiopien sind. Das Auswärtige Amt und die Botschaft Addis Abeba stehen mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, um dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten.“

Die Maschine stürzte nach Angaben der Fluggesellschaft nahe der Stadt Bishoftu ab, etwa 50 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt. Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und die Freigabe zur Rückkehr erhalten, sagte der Chef der Fluggesellschaft, Tewolde GebreMariam. Die neue Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeugs im November 2018 sei es rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen.

Die Absturzursache blieb am Sonntag unklar. Nach Angaben des Flugzeugbauers Boeing handelte es sich bei der Maschine um einen Flieger vom Typ 737 Max 8. Demnach würde es sich um denselben Flugzeugtyp handeln wie beim Absturz einer Lion-Air-Maschine im Oktober in Indonesien, bei dem 189 Menschen starben.

Unter den Opfern in Äthiopien sind nach Angaben von UN-Generalsekretär António Guterres auch Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Das Unglück mache ihn „zutiefst traurig“, sagte er. Von der Internationalen Organisation für Migration hieß es, dass 19 Mitarbeiter von UN-Organisationen umgekommen sein könnten. Heute beginnt in Nairobi eine UN-Umweltkonferenz, bei der Staats- und Regierungschefs, Umweltminister und Experten aus aller Welt erwartet werden.

An Bord des Fliegers starb auch Siziliens Regionalminister für Kultur, Sebastiano Tusa, wie der Präsident der Region Sizilien, Nello Musumeci, auf Facebook mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenztelegramm an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed bestürzt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb: „Der Tod so vieler Menschen an Bord erfüllt mich mit tiefer Trauer.“  dpa

Artikel 5 von 10