Brest – Die französischen Behörden warten auf eine Wetterberuhigung, um im Atlantik ausgelaufenes Schweröl abzupumpen. Nach dem Untergang des Frachters „Grande America“ treiben zwei kilometerlange Ölteppiche in der Biskaya auf Frankreichs Westküste zu.
Die beiden verunreinigten Zonen treiben westlich vom Küstenort La Rochelle im Meer. Das Containerschiff, das auch über 2000 Fahrzeuge an Bord hatte, war am Dienstag gut 300 Kilometer von der Küste entfernt nach tagelangem Brand gesunken. Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord. Die Präfektur hatte bereits mitgeteilt, dass erste Einschätzungen das Risiko einer Küstenverschmutzung bestätigten.
Umweltminister François de Rugy hatte als gefährdete Regionen das Département Charente-Maritime mit der Hafenstadt La Rochelle und das Département Gironde genannt, in dessen Mitte Bordeaux liegt. Er schloss nicht aus, dass das Öl auch an die spanische Biskaya-Küste gelangen könnte. De Rugy forderte, dass die Verantwortlichkeiten klar festgestellt werden müssten. Er hatte angekündigt, dass die Grimaldi-Reederei aus Neapel als Eigentümerin des Frachters für den Säuberungseinsatz zur Kasse gebeten werde.
Die erste verunreinigte Zone ist etwa 13 Kilometer lang und sieben Kilometer breit. Der zweite Teppich sei rund neun Kilometer lang, ebenfalls sieben Kilometer breit und weniger kompakt als der erste. Die Ölteppiche trieben mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Tag in Richtung Osten, hatte Stéphane Doll, Leiter der auf Wasserverschmutzung spezialisierten Einrichtung Cedre, gesagt.