Darmstadt – Die Leichen zweier Kinder waren im brennenden Haus der Familie gefunden worden – in Darmstadt hat am Freitag der Mordprozess gegen die Eltern begonnen. Die Eheleute sollen angesichts einer drohenden Zwangsvollstreckung den Entschluss gefasst haben, ihr Haus im südhessischen Mörlenbach anzuzünden und sich sowie ihren Sohn und ihre Tochter zu töten. Das Paar wurde im Sommer vergangenen Jahres aus einem Auto mit laufendem Motor in der Garage des Hauses gerettet. Der 59 Jahre alte Angeklagte und seine 13 Jahre jüngere Frau wurden in Handschellen dem Landgericht in Darmstadt vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen zweifachen Mord aus Heimtücke und Brandstiftung zur Verdeckung einer Straftat vor.
Eine Obduktion hatte ergeben, dass die Kinder Opfer eines Gewaltverbrechens wurden. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Klaus Tietze-Kattge soll der Angeklagte die 10 und 13 Jahre alten Kinder in ihren Betten mit zahlreichen Messerstichen an Hals und Brust schwer verletzt haben, später soll er mit einem Hammer auf die Köpfe eingeschlagen haben. Danach habe er Benzin auf die Betten und in die Kinderzimmer geschüttet und angezündet. Der Angeklagte sagte nun über wirtschaftliche Probleme und einen Insolvenzantrag für seine Praxis im baden-württembergischen Weinheim aus. Zur Tat wollte er sich zunächst nicht äußern. „Ich habe meine Tat in eine Schublade getan“, sagte er. Diese habe er nicht mitgebracht. Er habe seine Kinder geliebt, sagte er auch. Er sprach von einer erheblichen finanziellen Schieflage, die sich in unterschiedlicher Hinsicht ergeben hatte. So seien etwa Sozialversicherungsbeiträge nicht gezahlt worden. Der Angeklagte musste Insolvenz beantragen, woraufhin das Haus für 575 000 Euro zwangsversteigert wurde. Am Vorabend der Tat habe das Paar beschlossen, sich selbst zu töten, sagte ein Gutachter. Der Vater habe sich gefragt, was aus den Kindern werden solle, wenn die Eltern nicht mehr am Leben wären. Daraufhin habe er sich entschieden, die Kinder ebenfalls zu töten.