New York – Beunruhigende Nachrichten für Rolling-Stones-Fans: Frontmann Mick Jagger muss sich offenbar einer Herzoperation unterziehen. Bei dem 75-Jährigen müsse eine Herzklappe ersetzt werden, berichtete das US-Fachmagazin „Rolling Stone“ am Montag (Ortszeit). Laut der Nachrichten-Website „Drudge Report“ soll der Eingriff am Freitag erfolgen. Die Rolling Stones hatten am Wochenende wegen Jaggers gesundheitlicher Beschwerden eine Tournee durch Nordamerika abgesagt.
„Mick wurde von Ärzten davon abgeraten, derzeit auf Tournee zu gehen, da er medizinische Behandlung braucht“, hatte die legendäre britische Band die Absage der 17 Konzerte in den USA und Kanada am Samstag begründet. Der 75-Jährige solle sich erst vollständig erholen, bevor er wieder auf die Bühne gehe. Die Stones-Konzerte im Rahmen ihrer „No Filter“-Tour hätten am 20. April in Miami starten sollen.
Jagger entschuldigte sich auf Twitter bei seinen Fans, „euch so hängen zu lassen“. „Ich bin am Boden zerstört, dass ich die Tournee verschieben muss. Unter welchen Beschwerden er leidet und welche Behandlung er benötigt, teilten aber weder die Band noch Jagger selbst mit. Der „Rolling Stone“ schrieb nun, bei Jagger müsse eine der Herzklappen ersetzt werden.
Der Herzchirurg und US-Fernsehmoderator Mehmet Oz erläuterte in einem Video auf Twitter, in Jaggers Alter hätten rund zehn Prozent „Probleme mit ihrer Aorten-Herzklappe, die zu Brustschmerzen und Schwindel führen“ könnten. „Etwa 50 Prozent der Menschen, die die Probleme haben, sterben innerhalb von ein paar Jahren, wenn sie nicht operiert werden“, erläuterte der Fernseharzt die Dringlichkeit eines Eingriffs. Früher sei die Operation am offenen Herzen erfolgt, sagte Oz. Dank neuer Verfahren sei sie heute aber auch „minimalinvasiv mit einem Katheter“ möglich. Dadurch könnten die Patienten schon „nach einem oder zwei Tagen heimkehren“ und auch deutlich schneller wieder fit werden.
David Tillier, Chef des französischen Stones-Fanclubs Sympathy for the Devils, gab sich gelassen. Die Berichte über eine Herzklappen-OP seien eher „beruhigend“, denn heutzutage seien das Routineeingriffe, sagte er. Auch Jaggers Bandkollegen reagierten recht cool. Ronnie Wood sandte Jagger eine Twitter-Nachricht mit einem Bizeps-Emoji, um ihm symbolisch Stärke zu wünschen, und dankte den Fans für ihre Unterstützungsbotschaften. Keith Richards schrieb mit Blick auf die abgesagten Konzerte: „Eine große Enttäuschung für alle, aber man muss sich um die Dinge kümmern, und wir werden Euch bald sehen. Mick, wir sind immer für Dich da.“
Der achtfache Vater, fünffache Großvater und einfache Urgroßvater Jagger ist trotz seines Alters für energiegeladene Bühnenshows bekannt. Das stellte er beim Debüt der Rolling Stones beim traditionsreichen Glastonbury-Festival im Jahr 2013 oder bei ihrem historischen Konzert in Kubas Hauptstadt Havanna im März 2016 unter Beweis. Der 2003 zum Ritter geschlagene Jagger fühlt sich als Rockstar bisweilen intellektuell unterfordert und wäre auch gern Lehrer geworden, wie er einst sagte. „Aber wissen Sie, man macht das Beste draus.“ Das gilt wohl auch für die OP. Er werde „sehr hart daran arbeiten, so schnell wie ich kann zurück auf der Bühne zu sein“, schrieb Jagger am Samstag auf Twitter.