Notre-Dame „fast gerettet“ – Ehrung für Feuerwehr

von Redaktion

Paris – Die bei einem Brand schwer beschädigte Pariser Kathedrale Notre-Dame ist trotz einiger „Schwachstellen“ auf dem Gewölbe „fast gerettet“. Das sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester bei einer Konzertgala für den Wiederaufbau der Kirche und nannte es „großartige Neuigkeiten“. Unterdessen kamen am Ostersonntag Gläubige zur Ostermesse in der Pariser Pfarrkirche Saint-Eustache zusammen. Den Feuerwehrleuten, die die Flammen bei dem Brand in der Kathedrale bekämpft hatten, erwies Erzbischof Michel Aupetit in seiner Predigt eine besondere Ehre. Sie hätten das „Essenzielle“ gerettet. Er überreichte dem Pariser Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet ein Buch mit biblischen Lesungen, das bei dem Brand gerettet worden war. Die Gläubigen applaudierten für Gallet und seine Kollegen.

Kulturminister Riester betonte, dass alle sensiblen Bereiche mittlerweile gesichert und stabilisiert worden seien. Vom Gewölbe müsse noch Schutt entfernt werden, bevor es dann mit einer Plane abgedeckt werden müsse. Sobald das passiert sei, könne man endgültig sagen, dass Notre-Dame gerettet ist.

Unterdessen berichtete ein Feuerwehrmann von dem Einsatz am Montagabend. Als er nach dem Alarm an der Spitze des ersten Einsatzteams zu der Adresse fuhr, habe er sofort verstanden, dass es sich um Notre-Dame handeln müsse, sagte Jérôme Demay. Dort übe die Feuerwehr regelmäßig den Ernstfall. „Ich verstehe sofort, dass die Situation dramatisch ist“, sagte Demay. „Und wir dachten immer, wenn es eines Tages ein Feuer geben würde, wäre es schwer, es zu löschen“, sagte er mit Blick auf die riesige Holzkonstruktion des Daches. Die Ursache für das Feuer ist bisher nicht geklärt. Ermittler gehen davon aus, dass die Katastrophe auf einem Unfall beruht.

Fast jeder Zweite in Deutschland befürwortet laut Umfrage einen Beitrag der Bundesrepublik zum Wiederaufbau. 47 Prozent der Bürger sind dafür, dass sich Deutschland finanziell beteiligt, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid ergab. 44 Prozent sprachen sich gegen finanzielle Hilfen Deutschlands aus.

Frankreichs Regierungsbeauftragter für Kulturgüter hat in der Debatte um hohe Spenden für den Wiederaufbau zu mehr Gelassenheit aufgerufen. „Man kann nicht schockiert sein von der Tatsache, dass die Menschen das Gefühl haben, dass Notre-Dame de Paris etwas ist, das die Seele Frankreichs ist“, sagte Stéphane Bern. „Ich würde mir wünschen, dass man zwei Milliarden gibt, damit niemand mehr auf der Straße schlafen muss“, betonte er. Gleichzeitig müsse man aber bedenken, dass Spenden eine freiwillige Angelegenheit sind. Er wies darauf hin, dass keiner der Großspender für Notre-Dame nach einem Spendenbeleg gefragt habe. „Es ist reine Philanthropie. Sie sind bewegt, von dem, was sie sehen“, sagte Bern. In Frankreich gab es Diskussionen darüber, dass innerhalb kürzester Zeit immense Beträge für den Wiederaufbau zusammengekommen waren. Den Milliardärsfamilien wurde vorgeworfen, mit ihren Spenden bei der Steuer profitieren zu wollen, da diese sich absetzen lassen.

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