Washington – Das Wrack des letzten bekannten Sklavenschiffs der USA ist nach Angaben von Forschern in Alabama gefunden worden. Taucher hätten die Überreste des vor 159 Jahren gesunkenen Schoners „Clotilda“ nach langer Suche im Fluss Mobile entdeckt und nun identifizieren können, teilte die Denkmalschutzbehörde mit.
An Bord des Segelschiffes hatten Plantagenbesitzer 1860 auf damals bereits illegale Weise 110 Frauen, Männer und Kinder aus dem heutigen Benin in Westafrika als Sklaven nach Mobile gebracht. Seit 1808 war es verboten, Menschen als Sklaven ins Land zu bringen. Um das Verbrechen zu vertuschen, habe der Kapitän die „Clotilda“ in dem Fluss in Brand stecken und versenken lassen. Die meisten Sklaven der „Clotilda“ waren den Berichten zufolge nach ihrer Befreiung zum Ende des Bürgerkrieges 1865 in Mobile geblieben und hatten die noch heute existierende Gemeinde Africatown gegründet. Ihr Versuch, nach Afrika zurückzukehren, scheiterte am Geld.