Melbourne – Aus Sicht der australischen Staatsanwaltschaft ist die Verurteilung des Kurienkardinals und früheren Vatikan-Finanzchefs George Pell wegen Kindesmissbrauchs „unanfechtbar“. Die Argumente von Pells Verteidigung, wonach die Aussage des Opfers reine „Fantasie“ sei, wies Staatsanwalt Christopher Boyce am Donnerstag im Berufungsverfahren in Melbourne zurück.
Die zweitägigen Anhörungen in dem Verfahren vor dem Obersten Gericht des Bundesstaates Victoria endeten am Donnerstag. Die drei Richter können Pells Berufungsantrag zurückweisen, einen neuen Prozess anordnen oder den Kardinal freisprechen. Wann die Entscheidung fällt, ist unklar.
Der 77-jährige Pell will erreichen, dass seine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs aufgehoben wird. Im März wurde Pell zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er sitzt seitdem im Gefängnis.