Rom/Hannover – Ein Pottwal und sein Jungtier treiben tot im Meer vor Italien. Erneut sind im Mittelmeer tote Pottwale gefunden worden. Für die Walmutter und ihr Kalb war ein Fischernetz zur Falle geworden, wie die italienische Umweltschutzorganisation Marevivo am Donnerstag mitteilte. Viele Wale verenden auch, weil sie unsere Abfälle verschluckt haben. Wale vertilgen Plastikmüll und verenden. Einige Wale mit kiloweise Plastik im Magen stranden an belebten Küsten – viele andere verenden vom Menschen unbemerkt. Die Meeresriesen verwechseln den Kunststoffmüll mit Beutetieren, vermuten Forscher. Die einzigen Opfer der Plastikflut sind sie nicht.
Mehr als 20 Kilogramm Plastik lagen im Magen eines Pottwals, der kürzlich tot vor der Küste Sardiniens entdeckt wurde. Das Baby im Bauch des acht Meter langen Weibchens war bereits verwest. Meldungen über gestrandete Meeressäuger mit massenhaft Kunststoff im Magen häufen sich. An der Küste der Philippinen wurde im März ein junger Cuvier-Schnabelwal mit 40 Kilogramm Plastikmüll im Magen gefunden, Ende 2018 waren es knapp sechs Kilogramm in einem in Indonesien angespülten Pottwal – darunter Flaschen und Gummisandalen. Wie viele Meeressäuger durch die ständig wachsende Menge an Plastik in den Weltmeeren zugrunde gehen, ist unklar. Die Dunkelziffer ist vermutlich groß, weil viele Tiere auf dem offenen Meer verenden und somit nicht zur Untersuchung zur Verfügung stehen. dpa