Was den Kuss so besonders macht

von Redaktion

Berlin – Ob freundschaftlich oder erotisch, ob politischer Bruder- oder verräterischer Judaskuss – der Kuss ist eine uralte Geste mit vielerlei Bedeutung. Was Sie zum Tag des Kusses am Samstag rund ums Küssen wissen sollten:

. Kussgeschichte: Geht der Kuss auf die Brutpflege und das Mund-zu-Mund-Füttern unserer evolutionären Ahnen zurück? Verhaltensforscher wie der 2018 gestorbene Irenäus Eibl-Eibesfeldt behaupten das. Die bei einigen Völkern noch heute praktizierte „Kuss-Fütterung“ hat der Österreicher auf seinen Reisen ausführlich dokumentiert. Die Mutter kaut die Nahrung vor und verabreicht sie dem Kind mit dem Mund – so ist es auch bei vielen Tierarten üblich, etwa bei Vögeln. Andere Forscher halten es für möglich, dass das Küssen mit dem Saugen des Säuglings an der Mutterbrust zusammenhängt oder gehen von einem rein sexuellen Hintergrund des Kusses aus – als Ersatz für das tierische Schnüffeln am Anal- und Genitalbereich.

. Kussgesund: In einem Punkt ist sich die Wissenschaft jedoch einig: Der Kuss ist wie eine Energiespritze, die das Immunsystem stärkt und Stress abbaut. Das Herz schlägt schneller, der Stoffwechsel kommt in Schwung, der Körper schüttet Hormone aus – zum Beispiel das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin mit seiner beruhigenden und befriedigenden Wirkung. Küssen stärkt das Bindungsgefühl – zwischen Mutter und Kind ebenso wie unter Partnern. Wer gerne küsst, könnte für Bluthochdruck und Depressionen weniger anfällig sein, heißt es.

. Kussrekorde: Den Weltrekord im Massenküssen kann derzeit Brasilien für sich verbuchen: Laut Guinness-Buch knutschten 13 577 Paare 2014 im Zentrum von São Paulo. Schon 1941 hatten sich dem Guinness-Buch zufolge Jane Wyman und Regis Toomey in dem Film „Schrecken der zweiten Kompanie“ („You’re in the Army now“) mit 3 Minuten und 5 Sekunden den bis heute gültigen Weltrekord auf einer kommerziellen Leinwand gesichert.

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