Albtraum aus 1001 Nacht

von Redaktion

Wo ist Prinzessin Haja? – Anhörung vor Londoner Gericht

London – Im Gepäck hatte sie 30 Millionen Euro, im Schlepptau ihre beiden Kinder: Anfang Juli ist Prinzessin Haja (45), die First Lady von Dubai, in London untergetaucht. Angeblich schwer bewacht von mehreren Sicherheitsleuten. Ihre Flucht sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Sie soll aus Furcht vor ihrem Ehemann, Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktoum (70) und Herrscher von Dubai, geflohen sein. Die genauen Umstände sind aber unklar.

Gestern kam es nach der überstürzten Trennung zu einem ersten Gerichtstermin. Vor einem Familiengericht in London beantragte die Prinzessin Schutz vor einer Zwangsehe, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Offen blieb, ob sich das Schutzersuchen auf sie selbst bezieht oder eines ihrer Kinder – die elfjährige Tocher Al Jalila und den siebenjährigen Sohn Zayes. Zudem beantragte die Prinzessin Schutz vor Übergriffen und das Sorgerecht für die Kinder. Scheich Mohammed fordert indes deren Rückkehr nach Dubai.

Haja ist die sechste Frau von Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktoum und Halbschwester des jordanischen Königs Abdullah II. Der Scheich soll etwa zwischen 20 und 30 Kinder haben.

Die Prinzessin ist den Berichten zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geflohen, nachdem sie vergeblich versucht habe, in einem Familienstreit zu vermitteln. Dabei sei es um Scheicha Latifa, eine erwachsene Tochter ihres Mannes aus einer anderen Ehe, gegangen.

Denn Prinzessin Haja ist nicht die erste Frau aus dem Umfeld des Emirs, die aus dem Land geflohen ist. Im Februar 2018 unternahm bereits dessen Tochter Latifa einen spektakulären Fluchtversuch. Per Jet-Ski und Yacht hatte die junge Frau versucht, das Land zu verlassen, bis sie schließlich von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden sein soll, wie Unterstützer Latifas behaupten.

In einem 39 Minuten langen Video vor ihrem Fluchtversuch versuchte Scheicha Latifa zu erklären, warum sie nicht mehr in einem goldenen Käfig leben wollte, und sprach auch über das „große Ego“ ihres Vaters, dem Herrscher von Dubai, und warf ihm vor, für die Bewahrung seines Rufs zu töten. Mit Tränen in den Augen sagt Prinzessin Latifa im Video: „Mein Vater ist der böseste Mensch, den ich je in meinem Leben getroffen habe. Das pure Böse. Es gibt nichts Gutes an ihm. Er ist verantwortlich für den Tod von so vielen Menschen und hat das Leben von so vielen Menschen ruiniert.“

Prinzessin Haja, die jetzt ebenfalls geflohen sein soll, hatte ihren Ehemann im Fall der verschwundenen Tochter noch öffentlich verteidigt. Sie lud sogar die frühere UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson nach Dubai ein, um zu zeigen, dass es Latifa gut gehe. Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate veröffentlichte anschließend Fotos von dem Treffen. Im Fall von Prinzessin Haja hält sich der Hof des Emirs bislang bedeckt.

Haja ist der Zeitung „Guardian“ zufolge mit den britischen Royals befreundet und hat ein 85 Millionen Pfund (etwa 95 Millionen Euro) teures Haus in der Nähe des Kensington-Palastes. Sie besuchte Privatschulen in Großbritannien und studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft an der Universität Oxford.

Entgegen ihren Gewohnheiten sei die leidenschaftliche Springreiterin in diesem Jahr nicht auf dem berühmten Pferderennen in Ascot in der Nähe von London zu sehen gewesen, schrieb der „Guardian“ weiter. cjm, dpa, afp

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