Teheran – Einem iranischen Spitzenpolitiker droht die Hinrichtung, nachdem ihn ein Gericht wegen der Ermordung seiner Ehefrau schuldig gesprochen hat. Mohamed Ali Nadschafi hatte im Mai dieses Jahres seine wesentlich jüngere Ehefrau Mitra umgebracht. Nach den islamischen Gesetzen hat die Familie des Opfers nun das Recht zur „Vergeltung“. Sie kann folglich vom Gericht die Todesstrafe für den Täter fordern, aber auch darauf verzichten. Nadschafis Anwalt will zunächst jedoch in Berufung gehen.
Der Prozess gegen den Reformpolitiker und wirtschaftlichen Berater von Präsident Hassan Ruhani hatte in den vergangenen Wochen die Öffentlichkeit im Iran beschäftigt. Angeblich soll die Frau Nadschafi mit einem jüngeren Mann betrogen haben.
Der Mathematik-Professor Nadschafi war als Wissenschafts- und Bildungsminister tätig und bis März 2018 auch Teherans Bürgermeister. Er galt als enger Vertrauter von Präsident Ruhani.