Alfeld – Fabian Sievers’ Trüffelplantage ist ein kleines Paradies: Grillen zirpen, Vögel zwitschern, am Hang gegenüber grasen Kühe. Rund 1000 Bäume hat Sievers vor sieben Jahren auf einem Acker im Leinebergland südlich von Hannover gepflanzt, etwa 750 davon waren mit Sporen von heimischen Burgundertrüffeln geimpft. Der 47-Jährige ist ein Pionier. Er gehört zu einer kleinen Gruppe von Pilzforschern, Landwirten und Feinschmeckern, die den Trüffelanbau in Deutschland etablieren möchten.
Lange war vergessen, dass der Edelpilz mit dem betörenden Geruch auch in heimischen Wäldern an Baumwurzeln wächst. Weil er unter Artenschutz steht, darf er dort aber nicht gesammelt werden. Deshalb versuchen Trüffelbauern, ihn zu kultivieren, was eine Menge Geduld, Geschick und den richtigen Standort erfordert.
Die Haseln, Hain- und Rotbuchen, Linden, Eichen und Schwarzkiefern hat Sievers mit eigenen Händen gepflanzt. Als Begleitgehölze wählte er Wildkirschen und Felsenbirnen aus. „Ich imitiere die natürlichen Standorte und möchte es möglichst bunt und divers haben“, erklärt Sievers, während er mit seiner Hündin Woopee – ein Lagotto Romagnolo – den Hang hinaufstapft.
Knapp eine Woche zuvor ist das passiert, worauf der Trüffelbauer zwar hingefiebert, womit er aber noch gar nicht gerechnet hat. „Als Woopee plötzlich eine 80-Gramm-Knolle ausbuddelte, wusste ich nicht, ob ich schreien, lachen oder heulen sollte.“ Auch unter einem zweiten Baum wurde der italienische Wasserhund fündig: insgesamt 375 Gramm des Pilzes.
Dass Diebe über den Zaun klettern und in seiner Plantage nach Trüffeln graben, fürchtet Fabian Sievers nicht. „Das würde schon hohe kriminelle Energie erfordern“, meint er. Die größten Feinde des niedersächsischen Trüffelbauern sind die Mäuse. Daher hat er mehrere Julen, also Ansitze für Greifvögel, aufgestellt.