Tromsø – Rund 350 Tage im Eis der Arktis, 150 davon ist es durchgehend dunkel: Gestern startete das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ vom norwegischen Tromsø zur Mammutexpedition „Mosaic“. Läuft alles nach Plan, wird der Eisbrecher an einer riesigen Eisscholle andocken und sich einfrieren lassen. Mit dem Packeis driftet das Schiff dann durch die zentrale Arktis, die sonst im Winter unzugänglich ist. Die Reise der „Polarstern“ dauert ein ganzes Jahr, über 70 wissenschaftliche Institute aus fast 20 Ländern sind mit hunderten Forschern beteiligt, die während der Reise mehrfach ausgewechselt werden.
Sie wollen mit ihren Experimenten den Klimawandel besser verstehen. Die Arktis gilt als Frühwarnsystem für Veränderungen des Erdklimas. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht in dem Mammutvorhaben eine sinnvolle Investition für den Klimaschutz. „Helden unserer Zeit“ seien die Teilnehmer und Unterstützer der Expedition.
„Eine Arktis-Expedition in dieser Größenordnung hat es noch nie gegeben“, sagte Forschungsleiter Markus Rex. Rund zwei Wochen nach dem Ablegen werden Besatzung und Forscher nach einer geeigneten Eisscholle Ausschau halten. „Wir brauchen eine stabile Heimat für unsere Forschungsinstrumente“, erklärte Rex. Ungefährlich ist die Expedition nicht, neben extremen Temperaturen von bis minus 45 Grad können auch Eisbären zum Risiko werden. Deshalb gibt es Eisbär-Wachen.