30 000 HIV-Selbsttests in einem Jahr

von Redaktion

Berlin – Seit einem Jahr sind HIV-Selbsttests in Drogerien und Apotheken frei erhältlich. „Grob geschätzt sind in diesem Zeitraum etwa 30 000 Selbsttests gemacht worden“, sagte Holger Wicht von der Deutschen Aidshilfe. „Das ist eine wirklich gute Nachricht.“ Es seien überwiegend Tests von Menschen, die sich sonst selten oder gar nicht auf das Virus hätten testen lassen. Vor der Freigabe der Selbsttests konnten sich Betroffene nur in Arztpraxen, bei Aidshilfen oder in Gesundheitsämtern testen lassen.

Die Hemmschwelle, einen Test zu machen, sei mit der Freigabe stark gesunken, so Wicht. „Die Tests sollten eine ganz normale und alltägliche Sache sein.“ Sie böten auf jeden Fall eine Erleichterung; entweder, weil die Sorgen unberechtigt waren oder weil so früh wie möglich etwas gegen die Infektion unternommen werden kann. „Wer aus Angst zu lange abwartet, macht die Dinge so schwierig wie befürchtet.“ Mit HIV könne man inzwischen sehr gut leben, wenn die Infektion früh behandelt werde. Für den 20 bis 25 Euro kostenden Selbsttest sticht man sich mit einer Nadel in den Finger. Nach 15 bis 30 Minuten lässt sich das Ergebnis ablesen.

Norbert Brockmeyer von der Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit warnte davor, die Risiken anderer sexuell übertragbarer Infektionen zu vernachlässigen. Gerade in Zeiten, in denen über elektronische Medien die Anbahnung von sexuellen Kontakten so einfach sei, sei Schutz doppelt wichtig. Bakterielle Infektionen wie Chlamydien und Syphilis seien auf dem Vormarsch.

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