Kitzbühel – Nach dem Fünffachmord von Kitzbühel hat sich nun auch die Mutter des Todesschützen Andreas E. zu Wort gemeldet. Gegenüber der „Bild“ sagte sie: „Es sind nicht nur fünf Menschen gestorben, sondern sechs. Unser Sohn ist auch gestorben.“ Ob sie damit meinte, dass auch ihr Sohn ein Opfer sei, oder ob er mit der Tat für sie gestorben sei, ließ sie offen. „Es geht uns allen sehr schlecht, auch meinem Sohn“, sagte die Mutter dem Portal RTL.de. Ihr Sohn und die 19-Jährige seien seit fünf Jahren zusammen gewesen und hätten im kommenden Jahr heiraten wollen. Von vielen Bewohnern in Kitzbühel sei ihrer Familie Unterstützung angeboten worden. „Wir haben sehr viele Nachbarn, Bekannte in der Stadt. Wir haben von überall Hilfe angeboten bekommen“, sagte die Frau weiter. Ihr Sohn sei sehr beliebt gewesen, „ein kleiner Sonnyboy“.
Der 25-jährige mutmaßliche Täter hatte am frühen Sonntagmorgen seine ehemalige Freundin und ihren neuen Partner sowie deren Eltern und Bruder in deren Haus erschossen. Als Motiv vermuten die Ermittler Eifersucht oder Zurückweisung – die 19-Jährige hatte vor zwei Monaten ihre Beziehung beendet. Warum der Mann aber die gesamte Familie erschoss, war nach Angaben von Chefermittler Pupp weiter unklar. Auf diese Frage gebe der junge Mann keine Antwort.
Der 25-Jährige war zunächst unbewaffnet zu dem Haus seiner Ex-Freundin gegangen, dort aber von dem Vater abgewiesen worden. Daraufhin holte er eine Pistole von zu Hause, die seinem Bruder gehörte und in einem Tresor aufbewahrt war. Er kehrte zu dem Haus zurück und erschoss in offenbar rascher Folge die gesamte Familie und den neuen Freund. Pupp: „Es war ein schneller Tatablauf und offenbar sind die Schüsse nicht gehört worden. Die Opfer hatten nicht die Möglichkeit zu flüchten.
Laut Obduktionsergebnis sind die Opfer aus kurzer Distanz erschossen worden. Das Messer und der Baseballschläger, die der 25-jährige Tatverdächtige bei sich hatte, seien hingegen nicht verwendet worden. „Hinsichtlich der Anzahl der abgegebenen Schüsse und Treffer ergeht aus taktischen und aus Pietätsgründen keine detaillierte Bekanntgabe“, hieß es seitens der Polizei.
Ganz Kitzbühel sei in Trauer, sagte Bürgermeister Klaus Winkler. „Jeder aus der Stadt kannte zumindest einen aus der getöteten Familie“, sagte Winkler. Auch die Familie des Verdächtigen genieße hohes Ansehen in dem Skiort. Mit dem Vater konnte er mittlerweile sprechen, erzählte der Bürgermeister. „Er ist völlig fassungslos.“ In den kommenden Tagen soll es laut Winkler eine Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen geben. dpa, afp, cjm