Brüssel – Ist der belgische Kindermörder Marc Dutroux weiter eine Gefahr für die Allgemeinheit? Mit dieser Frage soll sich nach dem Willen von Dutroux’ Anwälten ein Expertengremium befassen. Mit ihrem Antrag verfolgen die Anwälte das Ziel der vorzeitigen Haftentlassung unter Auflagen des mehrfachen Mörders und Vergewaltigers im Jahr 2021. Die Anwälte haben einen Antrag auf Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens eingereicht.
Die Freilassung des Mannes scheint schwer vorstellbar. In den Augen der Opfer-Anwälte ist der heute 62-Jährige auch dreiundzwanzig Jahre nach seiner Verhaftung „ein großer perverser Manipulator“. Sie werfen ihm vor, nie die Wahrheit gesagt und kein Bedauern geäußert zu haben. Während seinem Prozess und auch danach hatte Dutroux keinerlei Reue gezeigt und sich nicht entschuldigt. Seine Verteidiger dagegen kritisieren die „skandalöse“ Behandlung Dutroux’ im Gefängnis: Er sei völlig isoliert und würde „lebendig verrotten“, seit seiner Verhaftung sei nichts getan worden, um seine Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu fördern. Der spätere Kindermörder war 1992, drei Jahre nach einem ersten Hafturteil wegen mehrerer Vergewaltigungen in den 80er-Jahren, schon einmal begnadigt worden.