Im Watt vermisste Mutter und Kind vermutlich auf der Flucht

von Redaktion

Brunsbüttel – Die Situation am Elbdeich in Brunsbüttel ließ Dramatisches befürchten: Am Ufer des Flusses führten Spuren ins Wasser hinein, aber nicht heraus. Am vergangenen Sonntag gegen 21.25 Uhr alarmierte eine 19-Jährige die Polizei und gab an, ihre Mutter (41) und ihr achtjähriger Bruder seien verschwunden. Weil die Frau, die aus dem Kreis Dithmarschen stammt, zuvor Suizidabsichten geäußert hatte, musste man vom Schlimmsten ausgehen. Schuhe und Kleidungsstücke lagen am Ufer.

Die Suche an der Elbe nach Mutter und Sohn wurde am Montag eingestellt. Gestern gab die Polizei bekannt, dass es neue Hinweise in dem Fall gebe, die eher darauf hindeuten, dass sich die 41-Jährige abgesetzt hat. Laut Polizei hat sie ihr Konto und das ihres Sohnes komplett geleert. Vor Kurzem hat sie ihr Auto für mehrere tausend Euro verkauft. Außerdem versuchte sie, Gegenstände aus ihrem Haushalt zu veräußern und sprach gegenüber einem Interessenten davon, dass sie sich absetzen wolle. Ihre Ausweispapiere hatte sie am Sonntag dabei, ihr Handy ist seither abgeschaltet.

Zudem hätte sie am Montag eine 18-monatige Haftstrafe wegen Betrugs antreten müssen. Das Sorgerecht für den Sohn der geschiedenen Frau hatte das Jugendamt. „Wir sind zu über 90 Prozent davon überzeugt, dass sie keinen Selbstmord begangen hat“, sagte ein Sprecher der Polizei dieser Zeitung. Aus der Wohnung fehle fast nichts, Geld habe sie aber dabei. Ihr Verschwinden habe sie offenbar „sehr geschickt angestellt“. VOLKER PFAU

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