London – Mit Salzburg und Bonn schaffen es gleich zwei Städte aus dem deutschsprachigen Raum beim weltbekannten Reiseführer „Lonely Planet“ in die Top Ten der besten Reisestädte fürs kommende Jahr. Im neuen Buch „Lonely Planets Best in Travel 2020“, das gestern erschienen ist, liegt Österreichs „bildhübsche Alpenstadt“ Salzburg auf Platz eins und die deutsche Bundesstadt Bonn auf Platz fünf.
Als Hauptgrund, warum Bonn 2020 besucht werden sollte, wird in dem Reisebuch der wohl größte Sohn der Stadt genannt: Ludwig van Beethoven. „Die einstige Hauptstadt der Bundesrepublik verschwand vom Radar, als Berlin 1990 zur Kapitale des wiedervereinigten Deutschlands wurde. Aber 2020, zu Beethovens 250. Geburtstag, kehrt Bonn ins Rampenlicht zurück.“
Bonn habe oft zu Unrecht im Schatten aufregenderer Städte gestanden. „Wer durch die mittelalterliche Altstadt zum spitztürmigen Bonner Münster und dem stattlichen Hofgarten schlendert, bekommt eine leise Ahnung von der romantischen Atmosphäre, die Beethoven beflügelte.“ Der majestätische Rhein fließe sanft durch die Stadt wie Beethovens Neunte. „Bonn mag nicht so hip wie Berlin sein, aber im ehemaligen Arbeiterviertel der Nordstadt zeigt es sich von seiner alternativen Seite.“ In der Kategorie „Nicht verpassen“ werden ein Besuch des Beethoven-Hauses nahegelegt sowie das Haus der Geschichte, das sehr gut die bundesrepublikanische Nachkriegsgeschichte vermittle.
Zu seiner Nummer eins Salzburg schreibt „Lonely Planet“: „Die Salzburger Festspiele werden 100 und die bildhübsche Alpenstadt preist das Jubiläum in den höchsten Tönen. Das Festival ist immer ein rauschendes Fest für Freunde von Oper, klassischer Musik und Theater und fällt 2020 besonders pompös aus, denn Salzburg wird zum Jubiläum sämtliche Register ziehen.“ Die Stadt biete Besuchern eine von der Unesco als Welterbe eingestufte barocke Altstadt, eine Hügelfestung, Galerien mit phänomenaler Kunst und „ein Bergpanorama, das einen vor Freude jodeln lässt“. Die Stadt an der milchig-türkisfarbenen Salzach wirke wie eine Blaupause für alle anderen Alpenstädte.
Der „Lonely Planet“ macht auch wieder Vorschläge, welche Urlaubsziele im kommenden Jahr angesagt sein sollen. Dabei rangiert Bhutan ganz vorne. Das buddhistische Königreich am östlichen Rand des Himalayas wolle die erste vollständige Bio-Nation werden, nennt der für seine Reiseführer bekannte Verlag als einen der Gründe für die Auszeichnung. England folgt im „Lonely Planet“-Länderranking diesmal auf Platz zwei vor Nordmazedonien auf dem dritten Platz.
„Lonely Planets“ Nummer eins bei den Reiseregionen ist 2020 die zentralasiatische Seidenstraße. Sie sei dank verbesserter Visa-Möglichkeiten und Infrastruktur heute besser zugänglich als je zuvor. Die Marken in Italien – eine Gegend zwischen Adria und Apennin, südlich der Emilia-Romagna und östlich der Toskana – stehen hier auf Platz zwei. Anschließend folgt die vergleichsweise dünn besiedelte Region Tohoku in Japan. Mit dem laut „Lonely Planet“ jeweils besten Preis-Leistungs-Verhältnis können 2020 Ost-Nusa-Tenggara in Indonesien, Ungarns Hauptstadt Budapest und der indische Bundesstaat Madhya Pradesh aufwarten.
„Lonely Planet“ kürt jedes Jahr jeweils zehn „beste“ Städte, Länder und Regionen. Die 1973 ins Leben gerufene Marke bezeichnet sich als das führende Reisemedienunternehmen und die weltweite Nummer eins der Reiseführermarken. In den letzten vier Jahrzehnten seien mehr als 145 Millionen Reiseführer gedruckt worden, Millionen Menschen folgen der Marke inzwischen auch online.