Seoul – Ein Sonderermittlungsteam in Südkorea hat offiziell neue Untersuchungen zur „Sewol“-Fährkatastrophe aufgenommen, bei der vor fünfeinhalb Jahren mehr als 300 Menschen ums Leben kamen. Der Leiter des Teams, Im Kwan Hyeuk, erklärte am Montag, dem Unglück auf den Grund gehen zu wollen. Auch versprach er, sein Team werde politisch neutral sein.
Im Zusammenhang mit dem Unglück gelten noch viele Fragen als offen. Die Aufgabe der Ermittler wird es nach Angaben des Büros der Obersten Staatsanwaltschaft sein, die genaue Unglücksursache herauszufinden und dem Verdacht nachzugehen, wonach die damalige Regierung nicht genug für die Rettung der Insassen getan habe. Ende Oktober hatte eine unabhängige Untersuchungskommission die vorige Regierung unter der konservativen Präsidentin Park Geun Hye dafür kritisiert, dass die Rettungsarbeiten zu spät in Gang gekommen seien.
Die „Sewol“ war am 16. April 2014 vor der Küste Südkoreas gesunken. Nur 172 Menschen auf der Fähre hatten sich bei dem Unglück retten können, darunter die leitenden Besatzungsmitglieder. Die meisten Opfer waren Schüler, die auf einem Ausflug unterwegs waren.
Wie Ermittler herausfanden, war das Schiff überladen. Unzureichende Rettungsmaßnahmen wurden zudem für das Ausmaß der Katastrophe mitverantwortlich gemacht. Der Rechnungshof hatte auch Korruption und fahrlässiges Verhalten südkoreanischer Beamter als Gründe für das Unglück genannt.